📄 Schulplatzvergabe der 7. Klassen in Steglitz-Zehlendorf und Kapazitätsplanung für ISS-Schüler*innen
📋 Worum geht es?
Die Anfrage behandelt den Mangel an Schulplätzen für die 7. Klassen an Integrierten Sekundarschulen (ISS) im Bezirk Steglitz-Zehlendorf zum Schuljahr 2026/2027. Im Zuge dessen wurden zwei neue 7. Klassen am Standort des Oberstufenzentrums (OSZ) Louise Schroeder eingerichtet und formal der Max-von-Laue-Schule zugeordnet, bis der Neubau der ISS Ostpreußendamm fertiggestellt ist.
👥 Wer ist betroffen?
Betroffen sind Schülerinnen und Schüler des Übergangsverfahrens von der Primarstufe in die 7. Klasse im Bezirk Steglitz-Zehlendorf, die Max-von-Laue-Schule, das OSZ Louise Schroeder, weitere Sekundarschulen und Gymnasien des Bezirks sowie das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf als Schulträger und die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Die Fragestellerin fragt: Seit wann war dem Senat der Schulplatzmangel bekannt und ab wann war er absehbar? Welche zusätzlichen Schulplatzkapazitäten wurden vor und nach dem regulären Vergabeverfahren geschaffen (schulscharf und mit genauer Platzzahl)? Wurde vor der Entscheidung, zwei Klassen der Max-von-Laue-Oberschule an ein OSZ auszulagern, geprüft, ob freie Gymnasialplätze im Bezirk genutzt werden könnten, und wenn ja, wie viele (schulscharf), wenn nein, warum nicht? Wann nahmen Senatsverwaltung bzw. Schulaufsicht Gespräche mit Schulleitungen auf, um Lösungen zu erarbeiten, und welche Optionen wurden dabei diskutiert?
🔎 Was wurde geantwortet?
Der Senat antwortet, dass die Einrichtung von Klassen und die Schulplatzvergabe gesetzlich (§ 54, § 56 SchulG, Sek I-VO) in bezirklicher Zuständigkeit liegt, der Senat aber eine gesamtstädtische Steuerungsfunktion wahrnimmt. Das Monitoring 2025/2026 weist für Steglitz-Zehlendorf ein Defizit von rund 3,5 Zügen bei ISS/Gemeinschaftsschulen und 4 Zügen bei Gymnasien aus. Als Gegenmaßnahme wird im Rahmen der Berliner Schulbauoffensive eine 4-3-zügige ISS am Ostpreußendamm gebaut (Baubeginn Anfang 2027, Fertigstellung im Schuljahr 2027/28). Zwischen 16.03. und 24.04.2026 fanden alle zwölf Bezirksgespräche statt, am 22.05.2026 eine Ausgleichskonferenz aller Bezirke, am 04.06.2026 eine außerordentliche Sitzung mit Bezirksamt, Schulaufsicht und Schulleitungen. Der reguläre Bescheidversand erfolgte am 10.06.2026. Durch schulorganisatorische Maßnahmen wurden zusätzliche Plätze geschaffen, u. a.: Wilma-Rudolph-Schule +6, Kopernikus-Schule +6, Max-von-Laue-Schule +15, Gail-S.-Halvorsen-Schule +38, Anna-Essinger-Gemeinschaftsschule +6, Beethoven-Gymnasium +32, Bröndby-Schule +65, Helene-Lange-Schule +38, Willi-Graf-Gymnasium +32, ISS Ostpreußendamm am OSZ-Standort (Max-von-Laue-Schule zugeordnet) +56. Laut Senat handelt es sich bei den zwei neuen 7. Klassen am OSZ Louise Schroeder nicht um eine Auslagerung bestehender Max-von-Laue-Klassen, sondern um neu eingerichtete Klassen im Vorgriff auf den ISS-Neubau. Die bezirklichen Gymnasien seien laut Senat im Schnitt zu mehr als 115 % ausgelastet; einzelne freie Gymnasialplätze könnten laut Senat wegen § 56 Abs. 3 Satz 3 SchulG (Förderprognose, Probeunterricht) nicht herangezogen werden, und sogenannte Hybridklassen (gemischt Gymnasium/ISS) seien rechtlich nicht möglich. Diskutierte, aber verworfene Optionen waren laut Senat: zusätzliche Klassen bzw. höhere Klassenfrequenzen an nicht übernachgefragten ISS (verworfen wegen erreichter Kapazitätsgrenzen und nötiger Umwandlung von Fachräumen), Anmietung externer Räume (wegen hohem Genehmigungsaufwand verworfen) und Unterbringung am Hermann-Ehlers-Gymnasium inklusive Hybridklassen-Vorschlag der dortigen Schulleitung (aus schulrechtlichen und räumlich-pädagogischen Gründen verworfen). Der Text bricht bei der Erwähnung der Idee ab, Willkommensklassen von ISS an Gymnasien zu verlegen; eine Bewertung dazu liegt im vorliegenden Textausschnitt nicht vor.
⚡ Einordnung
Die Schriftliche Anfrage Nr. 19/26675 wurde von der Abgeordneten Tonka Wojahn (Bündnis 90/Die Grünen) am 16.07.2026 eingereicht; die Antwort des Senats datiert vom 05.08.2026. Der Senat verweist auf §§ 54 und 56 SchulG Berlin, § 5 Sek I-VO, § 56 Abs. 3 Satz 3 SchulG, § 105 SchulG sowie die Verwaltungsvorschrift Schule (VV Schule) Nr. 15/2025. Genannte Zahlen und Termine laut Senat: Defizit von rund 3,5 Zügen (ISS/Gemeinschaftsschulen) bzw. 4 Zügen (Gymnasien) im aktuellen Monitoring 2025/2026; Bezirksgespräche 16.03.-24.04.2026; Ausgleichskonferenz am 22.05.2026; außerordentliche Sitzung am 04.06.2026; Bescheidversand am 10.06.2026; Baubeginn ISS Ostpreußendamm Anfang 2027, Fertigstellung Schuljahr 2027/28; durchschnittliche Gymnasialauslastung im Bezirk über 115 %; detaillierte Platzzahlen je Schule gemäß Antwort zu Frage 2.