📄 Inanspruchnahme von sozialrechtlichen Beratungsangeboten in Moabit und Wedding
📋 Worum geht es?
Die Anfrage befasst sich mit der Inanspruchnahme verschiedener sozialrechtlicher Beratungsangebote in den Berliner Ortsteilen Moabit und Wedding, darunter Mieter*innenberatung, Sozialberatung, Schuldnerberatung und weitere Angebote von Trägern wie Caritas, AWO und Schildkröte e.V. Der Fragesteller möchte wissen, wie stark diese Angebote genutzt werden, welche Anliegen dabei am häufigsten vorkommen und ob eine Ausweitung der Beratungskapazitäten möglich und finanzierbar wäre.
👥 Wer ist betroffen?
Ratsuchende Bewohner*innen von Moabit und Wedding, die Beratungsangebote wie die Mieter*innenberatung im Stadtschloss Moabit, die Sozialberatung der Caritas, die Schuldnerberatung Tiergarten und der AWO sowie weitere Angebote im Sprengelhaus und bei Schildkröte e.V. nutzen; zuständig sind der Bezirk Mitte und die jeweiligen Träger.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Der Fragesteller fragt unter anderem: Wie viele Personen nutzen monatsweise die einzelnen Beratungsangebote (Mieter*innenberatung Stadtschloss Moabit, weitere Mieter*innenberatungen, Sozialberatung Stadtschloss Moabit, Caritas-Sozialberatung, Schuldnerberatung Tiergarten und AWO, Sozialberatung Sprengelhaus, Schildkröte e.V., Mieterverein/Mieterschutzbund Wedding)? Trifft es zu, dass die Mieter*innenberatung im Stadtschloss Moabit nur drei Stunden wöchentlich angeboten wird? Welche Kosten würde eine Verdopplung der Beratungszeit jeweils verursachen und besteht dafür Bedarf? Welche Finanzierungsmöglichkeiten sieht der Senat für eine Ausweitung der Kapazitäten? Was sind die häufigsten Anliegen der Ratsuchenden? Welcher regelmäßige Austausch findet zwischen den Beratungsangeboten statt?
🔎 Was wurde geantwortet?
Der Senat antwortet, dass die Mieter*innenberatung im Stadtschloss Moabit tatsächlich nur einmal wöchentlich mittwochs von 15 bis 18 Uhr (drei Stunden) stattfindet. Eine belastbare Kostenschätzung für eine Verdopplung der Beratungszeit sei wegen unterschiedlicher Finanzierungs- und Organisationsstrukturen der Angebote nicht möglich gewesen; eine Ausweitung stehe unter dem Vorbehalt verfügbarer Haushaltsmittel, über die der Haushaltsgesetzgeber entscheide. Laut beigefügter Tabelle nutzten die Angebote 2026 monatlich unterschiedlich viele Personen, z. B. Mieter*innenberatung Stadtschloss Moabit zwischen 3 und 51 Personen, Schuldnerberatung Tiergarten zwischen 295 und 403 Personen, Schuldnerberatung der AWO im Wedding zwischen 394 und 754 Personen, Caritas-Sozialberatung zwischen 46 und 112 Personen, Schildkröte e.V. zwischen 66 und 141 Personen. Zu den häufigsten Anliegen zählen laut den Rückmeldungen der zuständigen Stellen u. a. Betriebskosten und Mieterhöhungen (Mieterberatungen), Fragen zu Leistungsbezug und Wohnen (Sozialberatungen) sowie P-Konto-Beratung und Schuldenregulierung (Schuldnerberatungen). Zwischen den Beratungsstellen finden laut Senat regelmäßige Abstimmungsformate innerhalb der Häuser (Sprengelhaus, Stadtschloss Moabit), an Runden Tischen und zwischen Trägern und Zuwendungsgebern statt. Wegen fehlender wohnortbezogener Datenerfassung in den Sachberichten könnten keine Aussagen zur Herkunft der Ratsuchenden aus den beiden Ortsteilen getroffen werden.
⚡ Einordnung
Die Anfrage wurde von dem Abgeordneten Taylan Kurt (Bündnis 90/Die Grünen) am 7. Juli 2026 eingereicht und von der Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung am 31. Juli 2026 beantwortet. Für die Beantwortung der Frage 4 wurden der Bezirk Mitte und die Caritas als Projektträger um Stellungnahme gebeten, deren Rückmeldungen eigenverantwortlich erstellt wurden. Der Senat verweist darauf, dass wegen fehlender personenbezogener und wohnortbezogener Datenerhebung keine Aussage zur Anzahl der aus Moabit bzw. Wedding stammenden Nutzer*innen möglich sei.