📄 Entwicklungsmöglichkeiten des Gendarmenmarktes
📋 Worum geht es?
Die Anfrage befasst sich mit dem Entwicklungszustand des Gendarmenmarktes in Berlin-Mitte. Im Mittelpunkt stehen der nördliche, nicht umgestaltete Platzteil, die Möglichkeit temporärer Begrünung durch Pflanzkübel, ein möglicher regelmäßiger Markt auf dem Platz sowie Förderinstrumente zur wirtschaftlichen Stärkung des Umfelds, insbesondere der Friedrichstraße.
👥 Wer ist betroffen?
Betroffen sind der Bezirk Mitte als Straßenbaulastträger, Anwohner und Nutzende des Gendarmenmarktes, ansässige Gastronomen und Gewerbetreibende sowie Unternehmen in der Friedrichstraße.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Der Fragesteller möchte wissen: wie der Zustand des nördlichen Platzteils (Bäume, Vegetation, Bänke) bewertet wird und welche Sanierungsmaßnahmen geplant sind; ob eine öffentliche Wasserentnahmestelle für die Bewässerung geschaffen werden kann; ob das historische „Café Achteck“ wieder errichtet werden könnte; wie der Senat temporäre Pflanzkübel in der Platzmitte sowie deren Vereinbarkeit mit dem Denkmalschutz bewertet; ob ein regelmäßiger hochwertiger Markt auf dem Platz möglich wäre und welche rechtlichen Voraussetzungen dafür nötig wären; und mit welchen Förderinstrumenten der Senat den Gendarmenmarkt und die Friedrichstraße wirtschaftlich stärkt und dem Leerstand begegnet.
🔎 Was wurde geantwortet?
Laut Antwort des Bezirksamts Mitte weisen die meisten der 125 Bäume auf dem Platz keine bis geringe Schäden auf, 45 Bäume haben einen Schädigungsgrad von 26 bis 60 %. Eine grundhafte Sanierung des nördlichen Platzteils ist nicht geplant, eine öffentliche Wasserentnahmestelle existiert dort nicht und wurde bislang nicht geprüft. Das 2003 errichtete „Café Achteck“ war keine historische Anlage und wurde 2019 wegen schlechten Zustands zurückgebaut; die Außenhülle wurde eingelagert, eine neue Berliner Toilette mit zwei Plätzen ersetzte die Anlage 2018, weitere Toiletten sind nicht geplant. Der Austausch der Bänke im nördlichen Teil ist veranlasst, Ersatzhölzer für die historischen Bänke sind bestellt. Ein Vorschlag von Gastronomen für bepflanzte Pflanzkübel zur Abgrenzung der Gastronomiestandorte wurde laut Bezirksamt abgelehnt, da dies das Erscheinungsbild des Platzes beeinträchtigt hätte; temporäre Pflanzkübel wären laut Denkmalbehörde grundsätzlich möglich, bedürfen aber einer Genehmigung nach § 11 Denkmalschutzgesetz Berlin und sollten in ein Gesamtkonzept eingebunden werden. Laut Handbuch Gendarmenmarkt (2025 verabschiedet) ist die Nutzung als Markt auf maximal 60 Tage im Jahr, Großveranstaltungen auf 20 Tage im Jahr begrenzt. Zur wirtschaftlichen Stärkung verweist der Senat auf den „Zentrengipfel“ mit einem 10-Punkte-Plan sowie Gespräche zu einem möglichen Business Improvement District in der Friedrichstraße; laut Bezirksamt wurde die Sanierung des Gendarmenmarktes mit einem Gesamtvolumen von rund 21 Millionen Euro zu 90 Prozent aus GRW-Mitteln gefördert, für die Friedrichstraße wurden zudem Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Programm WDM) eingesetzt, u. a. für eine Marketingkampagne 2020 bis 2022.
⚡ Einordnung
Die Anfrage wurde vom Abgeordneten Lucas Schaal (CDU) am 21. Juli 2026 eingereicht; die Antwort des Senats liegt vor (datiert 6. August 2026). Der Senat hat zur Beantwortung das Bezirksamt Mitte um Stellungnahme gebeten, dessen Angaben im Text entsprechend gekennzeichnet sind. Genannte Zahlen: 125 Bäume auf dem Platz, davon 45 mit Schädigungsgrad 26–60 %; Sanierungsvolumen Gendarmenmarkt rund 21 Millionen Euro, davon 90 % aus GRW-Mitteln; Marktnutzung max. 60 Tage/Jahr, Großveranstaltungen max. 20 Tage/Jahr laut Handbuch Gendarmenmarkt (verabschiedet 2025); Pflanzkübel-Maßnahmen unterliegen dem Genehmigungsvorbehalt nach § 11 Denkmalschutzgesetz Berlin.