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BerlinSchriftliche AnfrageCDU

📄 Umgang mit dem Eichenprozessionsspinner im Volkspark Jungfernheide (Nr. 6)

19. August 2026Dokument 19/26735 · WP 19Berlin
Stefan Häntsch
EichenprozessionsspinnerVolkspark JungfernheideStrandbadNaturschutzSchädlingsbekämpfung
Originaldokument (PDF)

📋 Worum geht es?

Die Anfrage behandelt die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners im Volkspark Jungfernheide durch das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf sowie die damit verbundenen Auswirkungen auf das dort gelegene, verpachtete Strandbad Jungfernheide. Der Fragesteller möchte wissen, wie die Absaugarbeiten organisiert und priorisiert wurden und welche Folgen die wiederholte Schließung des Strandbads für dessen Pächter hat.

👥 Wer ist betroffen?

Besucherinnen und Besucher des Volksparks Jungfernheide, Anwohnerinnen und Anwohner von Charlottenburg-Nord und der Siemensstadt, der Pächter des Strandbads Jungfernheide, das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf sowie die Berliner Bäder-Betriebe.

🎯 Was wird vorgeschlagen?

Der Fragesteller fragt unter anderem: Wann begannen die Absaugarbeiten gegen den Eichenprozessionsspinner? In welchem Umfang, wann und wo fanden die Arbeiten statt (Zahl der Nester, Bäume, Teams)? Nach welcher Priorität wurden einzelne Parkbereiche (z. B. Klettergarten, Hundeauslaufplatz, Strandbad) behandelt und wie kam diese Priorisierung zustande? Wurden Pächter und Nutzer vorab informiert? Sollte das Strandbad als Einrichtung der Daseinsvorsorge einen höheren Stellenwert erhalten? Welche Bedeutung hat das Strandbad für die Naherholung der Anwohnerschaft? Kann die lange Schließzeit den Saisonbetrieb existenzgefährdend treffen und welche Unterstützung ist für den Pächter vorgesehen? Zudem wird nach einem Vorfall vom 10. Juli 2026 gefragt, bei dem trotz akuter Problematik mit Laubgebläsen gearbeitet wurde.

🔎 Was wurde geantwortet?

Laut Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf begannen beauftragte Fachfirmen am 15. Juni 2026 mit dem mechanischen Absaugen der Gespinste. Bis zum 15. Juli 2026 wurden an 273 befallenen Eichen insgesamt 14.530 Nester entfernt, teilweise über 100 Nester an einem Baum; eingesetzt waren drei Fachfirmen mit je zwei Kolonnen. Statistische Auswertungen zu einzelnen Einsatztagen, -orten und Teams liegen dem Bezirksamt nicht vor. Die Priorisierung erfolgte nach Besucherfrequenz und Schutzbedarf, vorrangig Kitas, Schulen, Spielplätze, Sportanlagen und das Umfeld des Strandbades; laut Bezirksamt bestätigte das Verwaltungsgericht Berlin mit Beschluss vom 21. Juli 2026 (Az. VG 1 L 239/26), dass gegen diese Priorisierung keine rechtlichen Bedenken bestehen. Da der Park Landschaftsschutzgebiet ist, waren laut Bezirksamt nur selektive Maßnahmen zulässig; bei Hitze wurden die Arbeiten aus Arbeitsschutzgründen zeitweise unterbrochen. Der Senat führt aus, dass Strandbäder – mit Ausnahme des Strandbades Wannsee – an private Pächter verpachtet sind und nach seiner Einschätzung nicht im gleichen Maße der Daseinsvorsorge zugerechnet werden wie Bäder mit Kernaufgaben für Schulen, Vereine, Kitas und Horte; das Bezirksamt erklärt, dass die Einstufung als Daseinsvorsorge keinen uneingeschränkten Vorrang begründe. Senat und Berliner Bäder-Betriebe sowie das Bezirksamt messen dem Strandbad dennoch eine wichtige Bedeutung als wohnortnahe Freizeiteinrichtung für Charlottenburg-Nord und die Siemensstadt zu. Laut Senat können längere Schließzeiten einen Saisonbetrieb wirtschaftlich erheblich belasten; über Schließung oder Wiedereröffnung entscheidet laut Bezirksamt jedoch der Betreiber eigenverantwortlich. Die Berliner Bäder-Betriebe geben an, sich beim Bezirksamt für Unterstützung im Umfeld des Strandbades eingesetzt und mit dem Pächter zu Maßnahmen im Austausch gestanden zu haben. Zum Vorfall vom 10. Juli 2026 teilt das Bezirksamt mit, dass eine beauftragte Firma entgegen ausdrücklicher Anweisung Laubbläser eingesetzt habe; die Risiken des Aufwirbelns von Brennhaaren seien dem Bezirksamt bekannt.

⚡ Einordnung

Die Anfrage wurde vom Abgeordneten Stefan Häntsch (CDU) eingereicht; eine Antwort der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt liegt vor (datiert 12.08.2026, unterzeichnet in Vertretung von Andreas Kraus). Die Antworten stützen sich maßgeblich auf Stellungnahmen des Bezirksamts Charlottenburg-Wilmersdorf und der Berliner Bäder-Betriebe, die vom Senat um Auskunft gebeten wurden. Genannte Zahlen: 273 befallene Eichen, 14.530 entfernte Nester (Stand 15. Juli 2026), drei Fachfirmen mit je zwei Kolonnen, Beginn der Absaugarbeiten am 15. Juni 2026. Verwiesen wird auf einen Beschluss des Verwaltungsgerichts Berlin vom 21. Juli 2026 (Az. VG 1 L 239/26). Das Bezirksamt bestätigt, dass eine beauftragte Firma entgegen Anweisung Laubbläser einsetzte.

Quelle: Berlin, Dokument 19/26735, Wahlperiode 19, eingereicht 24. Juli 2026

Quelle im Parlamentssystem

Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt und dient ausschließlich Informationszwecken. Für rechtsverbindliche Auskünfte konsultieren Sie bitte das Originaldokument.