📄 Kostenentwicklung und Wirtschaftlichkeit der Fernwärmeversorgung in Berlin
📋 Worum geht es?
Die Anfrage behandelt die aktuelle und zukünftige Preisentwicklung der Fernwärme in Berlin sowie die Wirtschaftlichkeit dieser Wärmeversorgung im Vergleich zu anderen Heizungsarten wie Gasheizungen, Wärmepumpen oder Nahwärme. Die Fragestellerin verweist darauf, dass es unterschiedliche Einschätzungen gebe, ob Fernwärme die günstigste oder eine zu teure Wärmeversorgung sei.
👥 Wer ist betroffen?
Berliner Fernwärmekundinnen und -kunden, landeseigene Wohnungsunternehmen (LWU) und deren Mieterinnen und Mieter sowie die Fernwärmeversorger BEW Berliner Energie und Wärme GmbH, BTB GmbH und Fernheizwerk Neukölln AG.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Die Fragestellerin möchte unter anderem wissen: welche Erkenntnisse der Senat zur aktuellen und prognostizierten Preisentwicklung der Fernwärme hat (inkl. Anteile für Erzeugung, Netzkosten, CO₂-Kosten, Investitionskosten); wie der Senat die Wirtschaftlichkeit der Fernwärme im Vergleich zu anderen Wärmeversorgungsarten bewertet und auf welchen Daten dies beruht; welche Daten die Behauptung stützen oder widerlegen, Fernwärme sei die „günstigste Wärmeversorgung“; welche Kostenbelastung für die LWU besteht; inwieweit LWU den Einsatz von Wärmepumpen oder Alternativen prüfen; und welche Maßnahmen der Senat plant, um die Preisentwicklung der Fernwärme zu beeinflussen.
🔎 Was wurde geantwortet?
Der Senat antwortet, dass ihm keine Daten zur Preisentwicklung privater Wärmenetzbetreiber vorliegen, da hierfür keine Rechtsgrundlage zur Datenerhebung besteht und preisbildende Faktoren als Betriebsgeheimnisse gelten. Laut Preistransparenzplattform waermepreise.info liegt der bundesweite Durchschnittsmischpreis für Mehrfamilienhäuser in Netzen >200 MW bei 15,25 ct/kWh brutto (Spanne 10,87–20,74 ct/kWh); die Berliner Anbieter liegen bei BTB 17,49 ct/kWh (Rang 7 von 63), BEW 17,19 ct/kWh (Rang 12) und FHW Neukölln 15,05 ct/kWh (Rang 35). Der Senat erwartet durch die Dekarbonisierung steigende Grundpreise wegen höherer Investitionen, ab etwa 2030 aber einen sinkenden CO₂-Zertifikatsbedarf und geringere Preisvolatilität durch Elektrifizierung und Diversifizierung der Wärmequellen. Eine von Fraunhofer ISI und IREES 2025 für die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt erstellte Studie zu Milieuschutzgebieten zeigt laut Senat, dass ein Wechsel zu Fernwärme aus Mietersicht über den Betrachtungszeitraum vorteilhafter ist als der Ersatz eines Gaskessels, basierend auf den 2025 geltenden Rahmenbedingungen. Zur Kostenbelastung der LWU durch Fernwärme liegen dem Senat keine spezifischen Informationen vor. Zu Wärmepumpenplänen der LWU verweist der Senat auf deren Klimastrategien, die neben Fernwärmeanschluss auch Abwärmenutzung, Geothermie und Solarthermie vorsehen; konkrete Investitionsangaben seien erst nach Abschluss der kommunalen Wärmeplanung möglich.
⚡ Einordnung
Eingereicht wurde die Anfrage von der AfD-Fraktion (Dr. Kristin Brinker). Die Antwort der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe liegt vor und wurde unter Einbeziehung einer Stellungnahme der BEW Berliner Energie und Wärme GmbH erstellt. Genannte Zahlen stammen aus der Downloadtabelle der Plattform waermepreise.info (Stichtag 01.07.2026). Verwiesen wird zudem auf den Berliner Wärmeplan 2026 und auf eine 2025 im Auftrag der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt erstellte Studie von Fraunhofer ISI und IREES zu Milieuschutzgebieten.