📄 Ermittlungsstand, Polizeieinsatz und Sicherheitskonzept im Zusammenhang mit den Vorfällen rund um das Fußballspiel im Olympiastadion am 17. Januar 2026
📋 Worum geht es?
Die Anfrage betrifft die Vorfälle rund um das Fußballspiel zwischen Hertha BSC und dem FC Schalke 04 am 17. Januar 2026 im Olympiastadion Berlin. Es geht um den Stand der strafrechtlichen Ermittlungen, die vorherige Gefährdungseinschätzung durch die Polizei sowie den Verlauf des Polizeieinsatzes während der Ausschreitungen.
👥 Wer ist betroffen?
Betroffen sind Besucherinnen und Besucher des Spiels, Einsatzkräfte der Polizei Berlin und der Berliner Feuerwehr, Beschäftigte privater Sicherheitsunternehmen, die aktiven Fanszenen von Hertha BSC und des FC Schalke 04 sowie die als tatverdächtig identifizierten Personen.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Die Fragestellerin fragt unter anderem: Wie viele Tatverdächtige wurden identifiziert? Wie viele Ermittlungsverfahren wurden an die Staatsanwaltschaft abgegeben und wie viele Anklagen erhoben? Wann fand die erste Verhandlung statt? Wie viele rechtskräftige Verurteilungen und Verfahrenseinstellungen gibt es? Welche Vorerkenntnisse liegen zu den Tatverdächtigen vor? Welche Gefährdungseinschätzung und welches Sicherheitskonzept lagen vor? Welche polizeilichen Maßnahmen wurden während der Vorfälle ergriffen? Wie viele Einsatzkräfte waren im Einsatz und wie viele Personen wurden verletzt? Welche Beweismittel wurden zur Identifizierung genutzt? Wie viele Stadionverbote wurden ausgesprochen? Welche Unterstützungsangebote gab es für Betroffene?
🔎 Was wurde geantwortet?
Die Landesregierung antwortet, dass 47 tatverdächtige Personen identifiziert wurden. Die Polizei Berlin übergab 35 Ermittlungsverfahren an die Staatsanwaltschaft, die bislang in drei Fällen Anklage erhoben und in zwei weiteren einen Strafbefehl beantragt hat; 13 Verfahren wurden eingestellt. Eine Hauptverhandlung hat noch nicht stattgefunden, eine Person wurde im Strafbefehlsverfahren rechtskräftig verurteilt. In fünf Verfahren waren die Beschuldigten bereits zuvor wegen anderer Straftaten rechtskräftig verurteilt. Das Spiel wurde am 22. Dezember 2025 von der Landesinformationsstelle für Sporteinsätze (LIS Berlin) als Risikospiel mit hoher Gefährdungsstufe eingestuft, unter anderem wegen rivalisierender bis feindschaftlicher Fanszenen und früherer Vorfälle (u.a. Angriffe auf Einsatzkräfte 2022, Störungen beim Spiel gegen Dynamo Dresden am 1. November 2025). Im Einsatz waren 486 Dienstkräfte der Polizei Berlin, 29 Kräfte der Berliner Feuerwehr bei sieben Einsätzen sowie 965 Ordnerinnen und Ordner des Veranstalters. Verletzt wurden 21 Polizeikräfte (alle dienstfähig), vier vom Rettungsdienst versorgte Patienten und 31 Personen mit Augenreizungen durch den Sanitätsdienst des Veranstalters. Die Identifizierung der Tatverdächtigen erfolgte durch Festnahmen vor Ort, Wiedererkennung durch szenekundige Beamte auf Videoaufnahmen, Hinweise aus der Bevölkerung und Selbststellung. Nach Angaben des Veranstalters wurden bislang keine Stadionverbotsverfahren eingeleitet.
⚡ Einordnung
Eingereicht wurde die Anfrage von der Abgeordneten Gollaleh Ahmadi (Bündnis 90/Die Grünen) am 29. Juli 2026, die Antwort des Senats datiert vom 19. August 2026. Die Landesregierung verweist ergänzend auf frühere Schriftliche Anfragen (Drucksache 19/24938, Fragen 1, 2, 7, 10; Drucksache 19/25066, Frage 3). Laut Senat liegt die Verantwortung für das Sicherheitskonzept im Stadioninnenraum beim Veranstalter Hertha BSC, die Polizei Berlin wird dort nur unterstützend tätig. Eine statistische Erfassung von Verletzten nach Personengruppen sowie eine Erfassung, ob Vorstrafen im Zusammenhang mit Fußballveranstaltungen standen, erfolgt laut Senat nicht.