📄 Kaulsdorf schwimmt nur im Winter?
📋 Worum geht es?
Die Anfrage befasst sich mit dem baulichen Zustand, den Sanierungsmaßnahmen, den Öffnungszeiten und der Nutzung der Schwimmhalle Kaulsdorf im Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Im Mittelpunkt stehen die Versorgung mit Wasserflächen für Schulen, Vereine und die Öffentlichkeit sowie die Frage, warum der Bezirk über kein Freibad verfügt.
👥 Wer ist betroffen?
Die Schwimmhalle Kaulsdorf, ihre Nutzer*innen (Schulen, Vereine, Öffentlichkeit), der Bezirk Marzahn-Hellersdorf sowie die Berliner Bäder-Betriebe (BBB) als Betreiber.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Die Fragestellerin erfragt unter anderem: den baulichen und technischen Zustand der Schwimmhalle; durchgeführte Sanierungsmaßnahmen seit 2020 nach Jahr, Maßnahme, Kosten und Dauer; geplante weitere Sanierungen; temporäre Schließungen in den letzten fünf Jahren; die Entwicklung der Öffnungszeiten; die Aufteilung der Wasserzeiten auf Schulen, Vereine und Öffentlichkeit; Gründe für die Wochenendschließung des Hallenbads; Besucherzahlen 2020 bis 2025; Dauer der Schließzeiten; Auswirkungen eingeschränkter öffentlicher Nutzung auf die Bäderversorgung im Bezirk; die Entfernung zum nächsten Freibad; Gründe, warum Marzahn-Hellersdorf kein Freibad hat; Maßnahmen zur besseren Zugänglichkeit; die Personalsituation; den Stand bei Barrierefreiheit, Energieeffizienz und Klimaschutz; sowie die langfristige Perspektive der Schwimmhalle im Berliner Bäderkonzept.
🔎 Was wurde geantwortet?
Der Senat antwortet, dass sich Schwimmhalle, Nebenräume, Technik und Außenbereiche in insgesamt gutem Zustand befinden und keine wesentlichen Mängel bekannt sind. Von 2020 bis 2025 wurden jährlich Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt, mit Kosten von rund 33,9 T€ (2020), 206,2 T€ (2021, u.a. Neubau Tauchbecken), 123,6 T€ (2022), 145,1 T€ (2023), 55 T€ (2024) und 58,9 T€ (2025). Weiterer wesentlicher Sanierungsbedarf besteht laut Senat aktuell nicht. Es gab vereinzelte Einschränkungen und wenige temporäre Schließungen wegen ungeplanter Personalausfälle; eine Auswertung der Schließdauer wird von den BBB nicht vorgehalten. Die Wasserzeiten gesamt lagen 2020 bei 2.208 Stunden und stiegen bis 2024 auf 3.438 Stunden (2025: 3.294). Die Besucherzahlen stiegen von 65.871 (2020) auf 91.788 (2025). Das Hallenbad ist nur während der Sommersaison am Wochenende geschlossen, sonst auch am Wochenende geöffnet. Üblich sind Schließzeiten während der Sommerferien; 2026 blieb die Halle teilweise zusätzlich geöffnet als Ersatz für die geschlossene Schwimmhalle „Helmut Behrendt“. Der Bezirk Marzahn-Hellersdorf verfügt über zwei Schwimmhallen (Kaulsdorf und „Helmut Behrendt“); die Versorgungssituation wird vom Senat als moderat bis insgesamt gut bewertet, mit 8,3 m² Wasserfläche pro 1.000 Einwohnende. Zum nächsten Freibad (Kinderbad Marzahn/Platsch) sind es ca. 15 Minuten mit dem Auto bzw. 30 Minuten mit öffentlichen Verkehrsmitteln. 2002 wurde die Nutzung des Freibades Wernersee aufgegeben, seither hat der Bezirk kein Freibad mehr; als Ersatz wird ein Funktionsbad mit Außenbecken im Jelena-Šantić-Friedenspark errichtet, zudem ist ein Funktionsbad Kienberg geplant. Die Personalsituation wird vom Senat als gut ohne Engpässe bewertet. Das Bad verfügt über barrierefreie Duschen, Toiletten, Umkleiden, Behindertenparkplätze, Wasserlift und Wasserrollstuhl; eine abschließende Bewertung zu Energieeffizienz und Klimaschutz steht noch aus, bis Ende 2026 soll eine digitale Infrastruktur für Energiecontrolling aufgebaut werden. Langfristig liegt der Schwerpunkt im Berliner Bäderkonzept auf dem Erhalt der Schwimmhalle Kaulsdorf.
⚡ Einordnung
Die Anfrage wurde von der Abgeordneten Klara Schedlich (Bündnis 90/Die Grünen) am 3. August 2026 eingereicht; die Antwort des Senats datiert vom 19. August 2026 und liegt vollständig vor. Die Senatsverwaltung für Inneres und Sport hat die Berliner Bäder-Betriebe (BBB) um Stellungnahme gebeten, die in die Antwort eingeflossen ist. Genannte Zahlen: Sanierungskosten 2020–2025 zwischen ca. 55 T€ und 206,2 T€ pro Jahr; Wasserflächenkennzahl 8,3 m² pro 1.000 Einwohnende; Besucherzahlen und Wasserzeiten 2020–2026 tabellarisch angegeben. Bezug genommen wird auf die frühere Aufgabe des Freibades Wernersee im Jahr 2002 sowie auf das Energieeffizienzgesetz (EnEfG) als Orientierung der BBB.