Zurück zur Übersicht
BerlinSchriftliche AnfrageDie Linke

📄 Validität und praktische Anwendung des BeoKiz-Verfahrens in Berliner Kitas

15. Oktober 2026Dokument 19/27204 · WP 19Berlin
Regina Kittler
KindesentwicklungEntwicklungsbeobachtungKita-QualitätAmpelbewertungValidierungsstudien
Originaldokument (PDF)

📋 Worum geht es?

Die Anfrage betrifft das in Berliner Kitas eingesetzte Beobachtungs- und Dokumentationsverfahren BeoKiz, mit dem der Entwicklungsstand von Kindern erfasst wird. Im Mittelpunkt stehen die Unterschiede zum wissenschaftlichen Ausgangsverfahren MONDEY, die wissenschaftliche Absicherung von BeoKiz sowie die Funktionsweise der sogenannten Ampelbewertung, mit der Entwicklungsstände als grün, gelb oder rot eingestuft werden.

👥 Wer ist betroffen?

Berliner Kitas, pädagogische Fachkräfte, Kinder im Alter von 2;6 und 4;6 Jahren und deren Eltern sowie die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie.

🎯 Was wird vorgeschlagen?

Die Fragestellerin möchte wissen: (1) welche fachlichen Unterschiede zwischen MONDEY und BeoKiz bei Meilensteinen, Formulierungen und Bewertungskriterien bestehen; (2) welche wissenschaftlichen Nachweise (Gutachten, Studien, Evaluationen samt Auftraggebern) die Validität, Reliabilität und diagnostische Güte von BeoKiz belegen; (3) welche Qualifikationen die an der Modifizierung beteiligten Personen hatten, wie sie zusammenarbeiteten und wer die Entscheidungsgewalt über die Item-Auswahl hatte; (4) und (6) worin sich die BeoKiz-Ampelbewertung von der MONDEY-Logik unterscheidet und welche entwicklungspsychologische Expertise bei Ampellogik und Schwellenwerten einbezogen wurde; (5) auf welcher Grundlage die Schwellenwerte für Grün, Gelb und Rot festgelegt wurden; (7) ob seit Einführung Änderungen an Bewertungslogik, Schwellenwerten, Software oder Auswertung vorgenommen wurden, die die Ampelbewertung beeinflussen, und falls nicht, wie der Senat die aus der Praxis berichtete Zunahme roter Ampelbewertungen erklärt.

🔎 Was wurde geantwortet?

Der Senat antwortet, BeoKiz verbinde prozessorientierte, merkmalsbasierte und vergleichende Beobachtung, während MONDEY (249 Items, 0–6 Jahre) rein merkmalsbasiert sei; das BeoTool Heft 2 umfasse rund 750 Entwicklungsschritte, die Berliner Meilensteine (BeMs) 41 Meilensteine für 2;6 Jahre und 63 für 4;6 Jahre in acht Entwicklungsdimensionen, bewertet auf einer vierstufigen Skala statt der dichotomen MONDEY-Kurzskala. Als wissenschaftliche Nachweise nennt der Senat u. a. Pauen et al. (2012), Heilig (2013), Dittrich et al. (2023, Abschlussbericht im Auftrag der SenBJF), Pauen (2023, Validierungsstudie), Dittrich et al. (2024, Objektivitätsuntersuchung mittels Fleiss' Kappa, KiTeAro Institut im Auftrag der SenBJF) sowie zwei 2026 erschienene Expertisen von Prognos AG (im Auftrag des BMBFSFJ) und der pädquis Stiftung (im Auftrag der Stiftung Kinder forschen). An der Entwicklung war laut Senat die Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Sabina Pauen (Universität Heidelberg) maßgeblich beteiligt, begleitet von einem zehnköpfigen wissenschaftlichen Beirat (u. a. Dittrich, Dreyer, Gagarina, Hopf, Schmude, Viernickel, Preissing bis April 2022, Vogel); die fachwissenschaftliche Verantwortung lag bei diesem Beirat, die formale Abnahme beim Senat. Zur Ampelbewertung erläutert der Senat, jeder Meilenstein werde mit null bis drei Punkten bewertet, fachlich gewichtet und je Entwicklungsdomäne zur Gesamtpunktzahl zusammengeführt; die Schwellenwerte für Grün/Gelb/Rot bezögen sich auf den Anteil der erreichten gewichteten Punktzahl am maximal erreichbaren Wert. Im Sommer 2025 sei die Auswertungslogik um eine fachliche Gewichtung einzelner Meilensteine und Mindestwerte für ausgewählte Meilensteine ergänzt worden; die Meilensteine selbst und die vierstufige Einschätzung seien unverändert geblieben. Zur in der Praxis berichteten Zunahme roter Ampelbewertungen (Frage 7b) äußert sich die Antwort nicht explizit mit eigenen Zahlen.

⚡ Einordnung

Die Anfrage wurde von der Abgeordneten Regina Kittler (Die Linke) eingereicht; eine Antwort der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie liegt vor (datiert 8. Oktober 2026). Der Senat benennt als Belege konkrete Studien und Auftraggeber (u. a. SenBJF, KiTeAro Institut, Prognos AG im Auftrag des BMBFSFJ, pädquis Stiftung im Auftrag der Stiftung Kinder forschen) sowie eine im Sommer 2025 vorgenommene Ergänzung der Auswertungslogik um Gewichtungen und Mindestwerte. Eine explizite Antwort auf die in der Anfrage erwähnte, aus der Praxis berichtete Zunahme roter Ampelbewertungen ist dem bereitgestellten Text nicht zu entnehmen.

Quelle: Berlin, Dokument 19/27204, Wahlperiode 19, eingereicht 21. September 2026

Quelle im Parlamentssystem

Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt und dient ausschließlich Informationszwecken. Für rechtsverbindliche Auskünfte konsultieren Sie bitte das Originaldokument.