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BayernSchriftliche AnfrageSPD

📄 KIS-Wechsel an den bayerischen Universitätsklinika – Kosten, Strategie und Transparenz

12. Oktober 2026Dokument 19/13405 · WP 19Bayern
Ruth Waldmann
Krankenhausinformationssystemelektronische PatientenakteUniversitätsklinikumDigitalisierungSoftwarewechsel

📋 Worum geht es?

Die Fragestellerin thematisiert, dass an bayerischen Universitätsklinika Projekte zum Wechsel des Krankenhausinformationssystems (KIS) laufen, obwohl die Staatsregierung in einer früheren Antwort vom 17.04.2026 erklärt hatte, ausschließlich SAP IS-H und Orbis (Dedalus) seien im Einsatz und eine Neuanschaffung sei im Zuge der elektronischen Patientenakte (ePA) nicht notwendig gewesen. Hintergrund ist ein Interview des CEO des Münchner KIS-Anbieters Avelios Medical vom 11.09.2025, in dem dieser das LMU Klinikum München und das Universitätsklinikum Regensburg als Kunden nennt. Die Anfrage fragt nach Umfang, Kosten, Finanzierung und strategischer Steuerung der KIS-Modernisierung sowie nach dem Umgang mit dem Auslaufen des SAP-IS-H-Supports.

👥 Wer ist betroffen?

Die bayerischen Universitätsklinika (Erlangen, Würzburg, München/LMU, Regensburg, Augsburg und ein weiteres), das Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst sowie die Arbeitsgruppe Digitalisierungsstrategie der Universitätsmedizin Bayern (UMB).

🎯 Was wird vorgeschlagen?

Die Fragestellerin möchte wissen: an welchen Universitätsklinika KIS-Wechselprojekte laufen, zu welchem Anbieter gewechselt wird und wie weit die Projekte fortgeschritten sind; wie die frühere Antwort vom 17.04.2026 mit den laufenden Wechselprojekten vereinbar ist und warum diese nicht erwähnt wurden; welche Gesamtkosten entstehen und aus welchen Mitteln sie finanziert werden; ob die Aufsichtsräte der Klinika die Projekte und deren Finanzierung genehmigt haben; ob es eine landesweite KIS-Strategie gibt und ob eine einheitliche Lösung für alle sechs Universitätsklinika geprüft wurde; an welchen Standorten SAP IS-H noch im Einsatz ist, bis wann migriert werden muss und welche Risiken bei verspäteter Migration bestehen.

🔎 Was wurde geantwortet?

Das Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst antwortet, dass die AG Digitalisierung der Universitätsmedizin Bayern standortübergreifend Projekte zur Vorbereitung einer Migration auf ein 'NextGen-KIS/KAS' koordiniert, wobei Hersteller- und Produktneutralität gewährleistet werde; die Wahl eines Herstellers sei Gegenstand eines etwaigen künftigen Ausschreibungsverfahrens. Nur am Universitätsklinikum Erlangen laufe aktuell ein konkretes Wechselprojekt zu Orbis (Dedalus), da der Support für das bisherige System abgekündigt worden sei; das Go-live erfolgte Anfang Juli 2026, der Aufsichtsrat habe den Wechsel genehmigt. Die Staatsregierung erklärt den scheinbaren Widerspruch zur Antwort vom 17.04.2026 damit, dass sich jene Anfrage ausdrücklich auf die ePA-Integration bezogen habe und der Hinweis auf fehlende KIS-Vereinheitlichung nur die ePA-Frage betroffen habe. Gesamtkosten für ein NextGen-KIS könnten erst nach Abschluss eines Ausschreibungsverfahrens ermittelt werden; über Finanzierungsfragen werde danach entschieden. An den Universitätsklinika Würzburg, München und Regensburg wird laut Antwort weiterhin SAP IS-H eingesetzt, am UK Augsburg seit über 20 Jahren Orbis (Dedalus). Der reguläre SAP-IS-H-Support laufe spätestens Ende 2030 aus, die Standardwartung bereits Ende 2027 (danach kostenpflichtige Extended Maintenance möglich); angestrebt werde eine Migration aller betroffenen Standorte bis Ende 2030. Die Staatsregierung sieht laut eigener Aussage keine wesentlichen Risiken für diesen Zeitplan und erwartet keine Unterbrechungen im Klinikbetrieb.

⚡ Einordnung

Eingereicht wurde die Anfrage von der Abgeordneten Ruth Waldmann (SPD) am 24.06.2026; die Antwort des Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst datiert vom 07.09.2026. Das Dokument verweist auf eine frühere Schriftliche Anfrage 'Integration der ePA in KIS der bayerischen Uniklinika' mit Regierungsantwort vom 17.04.2026 bzw. 18.05.2026. Genannte Fristen: Standardwartung für SAP IS-H endet laut Antwort Ende 2027, regulärer Support spätestens Ende 2030; angestrebte Migration aller betroffenen Standorte bis Ende 2030. Am UK Erlangen erfolgte laut Antwort das Go-live des Wechsels zu Orbis (Dedalus) Anfang Juli 2026, genehmigt durch den dortigen Aufsichtsrat. Konkrete Kostenangaben liegen laut Antwort noch nicht vor, da diese erst nach einem künftigen Ausschreibungsverfahren ermittelt werden können.

Quelle: Bayern, Dokument 19/13405, Wahlperiode 19, eingereicht 24. Juni 2026

Quelle im Parlamentssystem

Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt und dient ausschließlich Informationszwecken. Für rechtsverbindliche Auskünfte konsultieren Sie bitte das Originaldokument.