Zurück zur Übersicht
BremenGroße AnfrageBündnis 90/Die GrünenSPDDie Linke

❔ Gut vorbereitet ins eigenständige Leben – Übergänge aus der Jugendhilfe für Care Leaver:innen und andere junge Volljährige

14. Oktober 2026Dokument 21/2054 · WP 21Bremen
Sahhanim Görgü-Philipp, Dr. Franziska Tell, Dr. Emanuel Herold, Selin Arpaz, Katharina Kähler, Mustafa Güngör, Dariush Hassanpour, Sofia Leonidakis, Nelson Janßen
Care LeaverJugendhilfeVerselbständigungNachbetreuungWohnungslosigkeit
Originaldokument (PDF)

📋 Worum geht es?

Die Große Anfrage behandelt die Situation junger Menschen, die aus der Kinder- und Jugendhilfe (z. B. aus Wohngruppen oder Pflegefamilien) in ein eigenständiges Erwachsenenleben wechseln, sogenannte Care Leaver:innen. Die Fragesteller verweisen auf den rechtlichen Anspruch auf Hilfen für junge Volljährige nach § 41 SGB VIII sowie auf die durch das Kinder- und Jugendstärkungsgesetz (KJSG) gestärkten Rechte, etwa die Rückkehroption und die Nachbetreuung nach § 41a SGB VIII. Sie fragen den Senat zu Zahlen, Übergangsgestaltung, Wohnen, finanzieller Absicherung, Bildung/Ausbildung sowie psychosozialer Unterstützung und Partizipation von Care Leaver:innen in Bremen.

👥 Wer ist betroffen?

Betroffen sind junge Volljährige und Care Leaver:innen in den Stadtgemeinden Bremen und Bremerhaven, die Jugendämter, die Jugendberufsagentur (JBA), die Ombudsstelle BeBeE, PiB – Pflegekinder in Bremen gGmbH, Pflegefamilien, das Studierendenwerk Bremen sowie Wohnungsbaugesellschaften wie GEWOBA und STÄWOG.

🎯 Was wird vorgeschlagen?

Die Fragesteller stellen 18 Fragen in sieben Themenblöcken an den Senat: (I) Zahlen und rechtlicher Paradigmenwechsel bei Hilfen nach § 41 SGB VIII 2021–2025, Nutzung der Rückkehroption, Anpassung interner Fachstandards; (II) Gestaltung des Leaving-Care-Prozesses, Zahlen zur Nachbetreuung nach § 41a SGB VIII, deren strukturelle Finanzierung, Übergangsgestaltung im Pflegekinderwesen und Beratungsangebote für Pflegepersonen; (III) Unterstützung bei der Wohnraumsuche und Vermeidung von Wohnungslosigkeit sowie Kooperationen mit Wohnungsbaugesellschaften; (IV) Umsetzung der Abschaffung der Kostenheranziehung seit 2023 und Unterstützung bei finanziellen/behördlichen Angelegenheiten; (V) Unterstützung beim Übergang in Ausbildung/Studium/Beschäftigung, Verhinderung einer vorzeitigen Abgabe an Jobcenter, Hürden beim Hochschulzugang und BAföG-Vorausleistungen; (VI) Unterstützungsangebote bei psychischen Belastungen, Behinderung oder Fluchterfahrung, Rolle und Förderung des BeBeE als Ombudsstelle, Förderung der Selbstvertretung von Care Leaver:innen; (VII) Erkenntnisse zu Erfolgs- und Risikofaktoren bei Übergängen sowie geplante weitere Maßnahmen des Senats.

🔎 Was wurde geantwortet?

Das Dokument enthält nur die Anfrage; die Antwort der Landesregierung liegt noch nicht vor. Die Fragesteller führen zur Begründung bundesweite Statistiken an: 2024 wurden laut Statistischem Bundesamt rund 134.000 junge Menschen in stationären Einrichtungen und knapp 87.500 in Pflegefamilien betreut (insgesamt rund 221.500 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene), zudem rund 39.700 Hilfen für junge Volljährige. Sie verweisen zudem auf bestehende Bremer Angebote wie die Fachberatung Jugendhilfe der Jugendberufsagentur, das BeBeE als Ombudsstelle nach § 8a BremAGKJHG und das zuständige Fachreferat des Senats.

⚡ Einordnung

Eingereicht wurde die Große Anfrage von den Fraktionen Bündnis 90/Die Grünen, SPD und Die Linke am 14. Oktober 2026. Eine Antwort der Landesregierung liegt laut Dokument noch nicht vor. Verwiesen wird auf die frühere Große Anfrage „Junge Menschen, die in stationären Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe leben“ (Drs. 20/1537) aus dem Jahr 2022, auf das Kinder- und Jugendstärkungsgesetz (KJSG), auf § 41 und § 41a SGB VIII sowie auf die bundesweite Abschaffung der Kostenheranziehung zum 1. Januar 2023. Die genannten Zahlen (134.000, 87.500, 221.500, 39.700) werden von den Fragestellern auf Statistiken des Statistischen Bundesamtes für 2024 zurückgeführt.

Quelle: Bremen, Dokument 21/2054, Wahlperiode 21, eingereicht 14. Oktober 2026

Quelle im Parlamentssystem

Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt und dient ausschließlich Informationszwecken. Für rechtsverbindliche Auskünfte konsultieren Sie bitte das Originaldokument.