❓ Radikalisierung früh erkammen, Distanzierung ermöglichen – Kompetenzen und Kooperation in der Sozialen Arbeit stärken
📋 Worum geht es?
Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen fragt den Senat zu Kompetenzen und Kooperationsstrukturen in der Sozialen Arbeit im Umgang mit Radikalisierungsprozessen bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Bremen. Im Mittelpunkt steht, dass solche Prozesse laut den Fragestellern zunehmend auch im digitalen Raum über Plattformen wie TikTok, Instagram und YouTube stattfinden, wo extremistische oder verschwörungsideologische Inhalte verbreitet werden können. Die Fraktion verweist zudem auf ein Policy Paper des Kooperationsverbundes dist[ex], das eine stärkere Verankerung entsprechender Kompetenzen in Ausbildung, Fortbildung und Praxis empfiehlt.
👥 Wer ist betroffen?
Fachkräfte der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit, Schulsozialarbeit, Straßensozialarbeit und der Hilfen zur Erziehung in Bremen, Lehrkräfte und pädagogisches Personal, die Beratungsangebote LEGATO Bremen und ADERO, die Regionalen Beratungs- und Unterstützungszentren (ReBUZ) sowie Eltern und Familien betroffener Kinder und Jugendlicher.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Die Fraktion fragt den Senat unter anderem: 1) über welche Kompetenzen zur Erkennung von (auch online initiierter) Radikalisierung und zur Begleitung von Distanzierung Fachkräfte verfügen; 2) welche Fort- und Weiterbildungsangebote existieren und in welchem Umfang sie genutzt werden; 3) ob der Senat hier weiteren Handlungsbedarf sieht; 4) wie LEGATO Bremen und ADERO in die Regelpraxis und die Kooperation mit den ReBUZ eingebunden sind; 5) in welchem Umfang diese Angebote genutzt werden und welcher Weiterentwicklungsbedarf besteht; 6) welche Hürden Fachkräfte bei der Ansprache Betroffener erleben und welche Maßnahmen die Handlungssicherheit stärken; 7) wie Eltern und Familien eingebunden und bei Anzeichen von Radikalisierung ihrer Kinder niedrigschwellig und mehrsprachig unterstützt werden; 8) inwiefern Einflüsse digitaler Medien und Algorithmen in Fortbildungs- und Präventionsangeboten thematisiert werden und welche Angebote zur Medienkompetenz von Jugendlichen existieren; 9) welche Möglichkeiten der Senat sieht, die Themen stärker als Querschnittsthemen in den Regelstrukturen der Kinder- und Jugendhilfe zu verankern.
🔎 Was wurde geantwortet?
Das Dokument enthält nur die Anfrage; die Antwort der Landesregierung liegt noch nicht vor.
⚡ Einordnung
Eingereicht wurde die Kleine Anfrage am 14. Oktober 2026 von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (Sahhanim Görgü-Philipp, Dr. Franziska Tell, Dr. Emanuel Herold). Die Fragesteller verweisen auf das Policy Paper „Kompetenzen in der Fläche stärken: Radikalisierung, Distanzierung und Ausstieg als Themen Sozialer Arbeit verankern“ des Kooperationsverbundes dist[ex] sowie auf die bestehenden Beratungsangebote LEGATO Bremen (Teil des Kooperationsverbundes dist[ex]) und ADERO. Eine Antwort des Senats liegt in diesem Dokument noch nicht vor.