❓ Luftverkehr in Bremen und wirtschaftliche Zukunft des Flughafens – wie geht es weiter nach dem angekündigten Rückzug von Ryanair?
📋 Worum geht es?
Die Fragesteller thematisieren die angekündigte vollständige Einstellung aller Ryanair-Flüge von und nach Bremen ab April 2027, die laut Fraktion einen erheblichen Teil des europäischen Direktverkehrs am Flughafen Bremen wegfallen lässt. Gleichzeitig verweisen sie auf die vom Senat angekündigte Wiederaufnahme der Lufthansa-Verbindung nach Frankfurt ab Sommerflugplan 2027. Die Fraktion will vom Senat wissen, wie es wirtschaftlich mit dem Flughafen weitergehen soll.
👥 Wer ist betroffen?
Betroffen sind der Flughafen Bremen GmbH und seine Tochtergesellschaften, die Bremer Wirtschaftsbehörde und der Senat, Fluggäste und Unternehmen, die auf Flugverbindungen ab Bremen angewiesen sind, sowie die Fluggesellschaften Ryanair und Lufthansa.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Die FDP-Fraktion fragt unter anderem: Wann und wie teilte Ryanair die Einstellung der Bremen-Flüge mit, welche Strecken und Kapazitäten entfallen und gibt es noch Chancen auf eine Rücknahme der Entscheidung? Wie verliefen die Verhandlungen mit Ryanair und welche Kosten hätten deren Forderungen verursacht? Bestätigt der Senat berichtete Passagierzahlen, Auslastung und Einnahmen aus dem Ryanair-Verkehr? Welche Schritte unternehmen Senat und Flughafen zur Gewinnung von Ersatzangeboten? Wie verändern sich Frequenzen und Kapazitäten nach Frankfurt und München? Welche Konditionen wurden mit Lufthansa vereinbart und wie unterscheiden sie sich von den Ryanair-Forderungen? Wie stellt sich die wirtschaftliche Lage des Flughafens über zehn Jahre dar und welche Prognosen gibt es für 2026/2027? Welche kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen plant der Senat zur Kostensenkung und Streckensicherung? Welche Initiativen verfolgt der Senat auf Bundesebene zur Senkung von Luftverkehrsteuer und Gebühren? Wird bis 31. Dezember 2026 ein Maßnahmenplan vorgelegt? Welche alternativen Eigentümer- und Beteiligungsmodelle, insbesondere eine Teil- oder Vollprivatisierung, wurden geprüft und welche Anforderungen würde der Senat an einen strategischen Investor stellen?
🔎 Was wurde geantwortet?
Das Dokument enthält nur die Anfrage der FDP-Fraktion; eine Antwort des Senats liegt noch nicht vor. Laut den Fragestellern hat Ryanair der Bremer Wirtschaftsbehörde schriftlich mitgeteilt, ab April 2027 sämtliche Flüge von und nach Bremen einzustellen. Die Fragesteller verweisen zudem auf Berichte von buten un binnen, wonach Ryanair zuletzt rund 400.000 Passagiere jährlich in Bremen befördert habe, bei einer durchschnittlichen Auslastung von rund 88 Prozent im Jahr 2025 und rund drei Millionen Euro jährlichen Einnahmen aus dem Ryanair-Verkehr; zudem sei von zusätzlichen Kosten von rund vier Millionen Euro jährlich bei Erfüllung der Ryanair-Forderungen berichtet worden. Die Fraktion erwähnt, dass der Senat am 25. September 2026 die Wiederaufnahme einer täglichen Lufthansa-Rotation nach Frankfurt ab Sommerflugplan 2027 angekündigt habe und dass Bürgermeister Andreas Bovenschulte dabei laut Fraktion erklärt habe: „Hier muss dringend und vor allem schnell Abhilfe geschaffen werden.“ Die Fraktion verweist außerdem auf bereits umgesetzte Entlastungen bei der Luftverkehrsteuer und den Flugsicherungsgebühren.
⚡ Einordnung
Eingereicht wurde die Kleine Anfrage von der Fraktion der FDP (Thore Schäck) am 14. Oktober 2026 als Drucksache 21/2056 in der 21. Wahlperiode der Bremischen Bürgerschaft. Eine Antwort der Landesregierung ist im vorliegenden Dokument nicht enthalten. Die im Dokument genannten Zahlen (rund 400.000 Passagiere, rund 88 Prozent Auslastung 2025, rund drei Millionen Euro Einnahmen, rund vier Millionen Euro zusätzliche Kosten) werden von den Fragestellern unter Berufung auf Medienberichte von buten un binnen angeführt und vom Senat in diesem Dokument noch nicht bestätigt. Die Fraktion nennt als Fristen den Beginn des Sommerflugplans 2027, den 31. Dezember 2026 für einen geforderten Maßnahmenplan sowie das Jahr 2028 für mittelfristige Maßnahmen und 2030 für eine langfristige Strategie.