❓ Bewertungsgrundlagen der Unterrichtsversorgung in Hessen – Auflösung eines methodischen Widerspruchs
📋 Worum geht es?
Die Kleine Anfrage behandelt einen grundlegenden methodischen Widerspruch in der Bewertung der Unterrichtsversorgung in Hessen. Auf Anfragen der Landesregierung hin (Drucksachen 21/3138 und 21/3621) wurde klar, dass zentrale Aspekte der tatsächlichen Unterrichtsdurchführung – insbesondere Unterrichtsausfall, Vertretungsformen und fachfremder Unterricht – landesweit nicht systematisch erfasst werden. Gleichzeitig bewertet die Landesregierung die Unterrichtsversorgung insgesamt als gesichert. Der Fragesteller sieht darin einen Widerspruch: Wie kann eine abschließende Bewertung getroffen werden, wenn die notwendige Datengrundlage fehlt?
👥 Wer ist betroffen?
Schüler und Schulen in Hessen, Lehrkräfte, Schulämter und die Kultusadministration.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Der Fragesteller stellt vier zentrale Fragen: (1) Welche konkreten messbaren Kriterien müssen erfüllt sein, damit die Unterrichtsversorgung als gesichert bewertet wird? (2) Welche dieser Kriterien werden durch verfügbare Daten tatsächlich abgebildet und welche nicht? (3) Auf welcher fachlichen oder methodischen Grundlage trifft die Landesregierung ihre Bewertung, wenn wesentliche Aspekte nicht systematisch erhoben werden? (4) Welche Risiken für Fehlbewertungen erkennt die Landesregierung selbst?
🔎 Was wurde geantwortet?
Der Minister für Kultus, Bildung und Chancen antwortet: Die Landesregierung nutzt das 'Planungssystem Personal und Budget' (PPB) mit Soll-Ist-Abgleichen. Die Stellenzuweisung beträgt 104 bis 105 Prozent der Grundunterrichtsversorgung. Kurzfristige Ausfälle von Lehrkräften werden durch schulische Vertretungskonzepte kompensiert. Die Staatlichen Schulämter führen regelmäßig Personalversorgungsgespräche mit den Schulen. Die Landesregierung sieht aus ihrer Situationsanalyse kein Risiko für Fehlbewertungen der Unterrichtsversorgung. Sie beantwortet aber nicht direkt, wie sie ohne systematische Erfassung von Unterrichtsausfall und fachfremdem Unterricht zu ihrer Bewertung kommt.