❓ HIV-Testmöglichkeiten in Hessen
📋 Worum geht es?
Das Dokument behandelt die Verfügbarkeit und Ausgestaltung von HIV-Testmöglichkeiten in Hessen. Anlass ist ein Anstieg der HIV-Neuinfektionen: 2024 verzeichnete Hessen etwa 180 Neuinfektionen, ein Anstieg von 12,5 Prozent gegenüber 2023. Frankfurt weist die höchste HIV-/AIDS-Diagnose-Rate auf (5 von 1.000 Menschen, höher als Berlin und Köln). Die Anfrage fokussiert auf die Frage, wie niedrigschwellig, anonym und kostenlos die vorhandenen Testangebote sind und wie diese ausgebaut werden können. Die Landesregierung hat sich zu den UNAIDS-Zielen (95-95-95-0) bekannt.
👥 Wer ist betroffen?
Menschen mit erhöhtem HIV-Risiko, besonders Bewohner Frankfurts (Hotspot-Region), sozial benachteiligte und besonders schutzbedürftige Personen, Menschen in ländlichen Regionen Hessens (für die Nachholbedarf identifiziert wurde), sowie die Gesamtbevölkerung des Bundeslandes Hessen.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Die Kleine Anfrage stellt neun detaillierte Fragen: (1) Testmöglichkeiten der Gesundheitsämter mit genauen Angaben zu Standort, Öffnungszeiten und Kosten; (2) Ausgestaltung der Niedrigschwelligkeit pro Gesundheitsamt; (3) Informationsmaßnahmen zur Erreichung von Zielgruppen; (4) Weitere HIV-Testmöglichkeiten außerhalb der Gesundheitsämter; (5) Niedrigschwelligkeit dieser Angebote; (6) Bewertung der Verfügbarkeit von niedrigschwelligen, anonymen und kostenfreien Angeboten; (7) Regionen mit Nachholbedarf; (8) Maßnahmen zum Ausbau von niedrigschwelligen Angeboten; (9) Zeitplan für die im Koalitionsvertrag angekündigte Einführung kostenfreier HIV-Tests und Tests für sexuell übertragbare Krankheiten.
🔎 Was wurde geantwortet?
Die Antwort der Ministerin für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege zeigt folgende konkrete Erkenntnisse: 20 Gesundheitsämter bieten HIV-Tests an (Bergstraße, Darmstadt-Dieburg, Frankfurt, Fulda, Gießen, Hersfeld-Rotenburg, Hochtaunuskreis, Kassel, Lahn-Dill-Kreis, Limburg-Weilburg, Main-Kinzig-Kreis, Main-Taunus-Kreis, Odenwaldkreis, Rheingau-Taunus-Kreis, Schwalm-Eder-Kreis, Vogelsberg, Waldeck-Frankenberg, Werra-Meißner-Kreis, Wetteraukreis, Wiesbaden). Sprechzeiten und Kosten werden autonom von den Ämtern festgelegt und sind über Verwaltungsportal Hessen, RKI PLZ-Tool oder Landkreis-Webseiten abrufbar. Weitere Testmöglichkeiten bestehen durch: vom Land geförderte AIDS-Hilfen, niedergelassene Arztpraxen und Laborpraxen, Krankenhäuser, sowie das Labor des Landesamts für Gesundheit und Pflege. Ein kostenfreies Testangebot ist bereits teilweise verfügbar. Die Gesundheitsministerkonferenz votierte am 11.-12. Juni 2025 einstimmig für die Aufnahme eines HIV-Tests in die allgemeine Gesundheitsuntersuchung ("Check-up 35"). Im ländlichen Raum wird der Ausbau durch ein vom Land gefördertes Projekt des Landesverbandes der AIDS-Hilfen Hessen e.V. adressiert.