❓ Sicherheitsüberprüfung der Waldorf-Förderschule nach Missständen im Institut Lauterbad
📋 Worum geht es?
Das Institut Lauterbad e.V. in Kassel betreibt sowohl eine heilpädagogische Wohneinrichtung (Heim) als auch eine Waldorf-Förderschule für Schüler mit Förderbedarfen in der geistigen Entwicklung sowie der emotionalen und sozialen Entwicklung. Nach Missständen und Vorwürfen sexualisierter Gewalt im Heim wird dieses im September 2026 geschlossen. Die Kleine Anfrage der Bündnis-90/Die-Grünen-Fraktion untersucht, ob ähnliche Probleme auch an der Schule bestehen und wie die Aufsichtsbehörden reagiert haben.
👥 Wer ist betroffen?
Betroffene sind Kinder und Jugendliche mit Förderbedarfen an der Waldorf-Förderschule, insbesondere die neun Schüler, die im Internat untergebracht waren und durch die Heimschließung neu untergebracht werden müssen. Darüber hinaus sind das Personal der Schule und die Eltern der Schüler berührt.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Die Fragesteller erkundigen sich nach: (1) Hinweisen auf Missstände an der Schule, (2) Durchführung unabhängiger Überprüfungen der Schulbedingungen, (3) Ergebnisse solcher Überprüfungen, (4) personellen Überschneidungen zwischen Heim und Schule 2010–2026, (5) ob Personen in Verbindung mit den Missständen beiden Bereichen angehörten, (6) Pläne des Trägers zur Schließung oder Personalauswechslung, (7) Überarbeitung von Schutzkonzepten und Beschwerdeverfahren, (8–9) Zahl der betroffenen Schüler und deren zukünftiger Verbleib.
🔎 Was wurde geantwortet?
Die Antwort des Ministers für Kultus, Bildung und Chancen zeigt: Es liegen keine Hinweise auf ähnliche Missstände an der Schule vor. Die Schulaufsicht überwacht die Einhaltung schulrechtlicher Bestimmungen; die Heimaufsicht liegt bei der Jugendhilfe. Nach Veröffentlichung der Missstandsberichte im Mai 2026 folgte die Schulaufsicht den Hinweisen kritisch. Die Staatsanwaltschaft Kassel ermittelt in beiden Bereichen; im schulischen Bereich wurde eine Strafanzeige Ende Mai gestellt. Nur eine Elternbeschwerde gegen Schulpersonal lag vor und wurde zurückgewiesen. Personelle Überschneidungen sind minimal: Eine Erzieherin wechselte 2010–2023 nach Ausbildung in die Schule; eine Lehrkraft leitete 2024 interimistisch das Wohnheim. Neun Schüler müssen die Schule verlassen. Die Schule überarbeitet ein Schutzkonzept gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch; eine aktualisierte Fassung liegt dem Schulamt vor.