Zurück zur Übersicht
HessenKleine AnfrageBündnis 90/Die Grünen

❓ CO₂-Speicherung und Carbon Management in Hessen: Evaluierung geologischer Potenziale

9. Juli 2026Dokument 21/4788 · WP 21Hessen
Martina Feldmayer, Kaya Kinkel
Carbon ManagementCO₂-SpeicherungCCS/CCUGeologische StrukturenIndustriestandorte
Originaldokument (PDF)

📋 Worum geht es?

Die Kleine Anfrage behandelt die Landesstrategie für Carbon Management (Kohlenstoffmanagement) in Hessen. Hintergrund ist die Novelle des Kohlenstoffspeichergesetzes (KSpG), die Rahmenbedingungen für eine hessische Strategie schaffen soll. Die Fragesteller kritisieren, dass die Landesregierung in ihrer vorherigen Antwort sich auf 14 Jahre alte Daten (2011) bezog, während das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) selbst eine Neuevaluation mit neuen 3D-Modellen und aktuellen Daten fordert. Die Anfrage zielt auf Klärung der konkreten Planungen ab, insbesondere zu CO₂-Speicherung (CCS) und CO₂-Nutzung (CCU) als Rohstoff.

👥 Wer ist betroffen?

Landesregierung Hessen (Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum / HMWVW); Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG); Chemieindustrie und Industriestandorte in Hessen, besonders Industriepark Höchst in Frankfurt; Flughafen Frankfurt; Energiewirtschaft.

🎯 Was wird vorgeschlagen?

Die Fragesteller fordern: (1) Konkreter Zeitplan für die Carbon Management Strategie; (2) Begründung der Nutzung veralteter Datenbasis; (3) Neuevaluation geologischer Speicherstrukturen; (4) Entscheidung zur Nutzung der 'Opt-In'-Regelung für CO₂-Speicherung; (5) Potenziale für kohlenstoffbasierte Chemikalien und nachhaltige Flug-/Schiffskraftstoffe; (6) Übersicht der CO₂-Punktquellen und geplante CCU/CCS-Anteile; (7) Konkrete Standorte für CCU-Anlagen; (8) Weitere Studien und Beteiligungsprozesse neben Carbon4PtL.

🔎 Was wurde geantwortet?

Die Landesregierung antwortet mit folgenden Kernpunkten: (1) Eine Landesstrategie wird erst nach Bundesvorgaben erarbeitet; das Carbon Management Forum des Bundes wird im 2. Halbjahr 2026 einen Aktionsplan vorlegen; hessische Folgeaktivitäten werden nach Abschluss der CO₂-Analyse (Carbon4PtL, Ende 2026) abgestimmt. (2) Geologische Rahmenbedingungen ändern sich nicht kurzfristig; 2011er-Bewertungen bleiben gültig. Die Daten werden aber mit neuen Methoden neu ausgewertet. Eine grundsätzlich abweichende Bewertung wird derzeit nicht erwartet; Limitierungen durch Raumordnung möglich. (3) Opt-In-Entscheidung wird nach Carbon4PtL-Ergebnissen getroffen (Ende 2026). (4) & (5) Im Carbon4PtL-Projekt werden CO₂-Emissionen analysiert; Fokus auf eSAF-Produktion (nachhaltiger Flugkraftstoff). Potenzial auch für andere CCU-Anwendungen. Landesregierung fördert Ineratec GmbH und Caphenia GmbH am Industriepark Höchst. Onshore-Speicherung nicht Teil der Studie. Konkrete CCU/CCS-Anteile werden nach Studienergebnissen entschieden. (6) Industriepark Höchst als Schlüsselstandort für CCU-Anlagen. Abschließende Standortfestlegung derzeit unmöglich (fehlende wirtschaftliche/regulatorische Bedingungen). Carbon4PtL untersucht Standortwahl-Kriterien. (7) Bundesaktion wird weitere Gutachten liefern.

Quelle: Hessen, Dokument 21/4788, Wahlperiode 21, eingereicht 9. Juli 2026

Quelle im Parlamentssystem

Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt und dient ausschließlich Informationszwecken. Für rechtsverbindliche Auskünfte konsultieren Sie bitte das Originaldokument.