❓ Schutz vor weiblicher Genitalverstümmelung in Hessen – Steuerung, Datengrundlagen und Wirksamkeit der Landesmaßnahmen
📋 Worum geht es?
Das Dokument behandelt die Landesmaßnahmen in Hessen zum Schutz vor weiblicher Genitalverstümmelung (FGM_C), einem schweren Verstoß gegen Menschenrechte und eine Straftat. Der Fragesteller möchte verstehen, wie die Landesregierung die Wirksamkeit ihrer Maßnahmen misst, welche verlässlichen Datengrundlagen vorhanden sind und wie diese in die Weiterentwicklung der Landespolitik einfließen. Hintergrund: In Hessen leben schätzungsweise 17.000 betroffene Frauen und Mädchen sowie etwa 3.100 gefährdete Minderjährige.
👥 Wer ist betroffen?
Frauen und Mädchen, die von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen oder gefährdet sind; Fachkräfte im Gesundheitswesen, in sozialen und pädagogischen Einrichtungen; Jugendämter als zuständige Behörden.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Der Fragesteller stellt zehn Fragen zu: (1) fachlichen Kennzahlen zur Wirksamkeitsbewertung; (2) Evaluationen und wissenschaftliche Untersuchungen seit 2018; (3) konkreten Zielvorgaben für Projekte; (4) Zielerreichungsquoten; (5) Inanspruchnahmezahlen von Beratungs-, Präventions- und Unterstützungsangeboten der letzten fünf Jahre; (6) Bedeutung statistischer Schätzungen für Planung und Priorisierung; (7) landesweit einheitlichen Standards für Jugendämter; (8) Erkenntnissen über Fortbildungsteilnehmer nach Berufsgruppe; (9) festgestellten Defiziten bei Prävention, Beratung und behördenübergreifender Zusammenarbeit; (10) neuen Maßnahmen und Strukturänderungen seit Wahlperiodenbeginn.
🔎 Was wurde geantwortet?
Die Landesregierung fördert zwei Schwerpunktprojekte: seit 2018 'Hessen – engagiert gegen FGM_C' (pro familia) und seit 2021 das Projekt von Frauenrecht ist Menschenrecht e.V. (FIM e.V.). Konkrete Ergebnisse: FIM e.V. führte 2021 Beratungen mit 97 betroffenen Klientinnen, 2022–2023 mit über 140 pro Jahr, 2024–2025 mit über 150 pro Jahr durch; zusätzlich wurden 326 Frauen aus Prävalenzländern präventiv beraten; über 700 betroffene Frauen und Mädchen erhielten Zugang zu medizinischer Versorgung. Pro familia führte 26 Fortbildungen durch. Die Website www.fgm-hessen.de wurde entwickelt und verzeichnet bis zu 200.000 Seitenaufrufe jährlich. 2025 wurde eine medizinische Online-Fortbildung in Kooperation mit der Landesärztekammer Hessen angeboten. Allerdings: Es gibt keine landesweit einheitlichen fachlichen Standards für Jugendämter; bei Fortbildungen wurden keine statistischen Daten zum beruflichen Hintergrund erfasst; Evaluationen und Wirkungsanalysen seit 2018 sind nicht aufgelistet.