❓ Sanierung des Limburger Doms: Verzögerungen und Kostensteigerungen
📋 Worum geht es?
Die Kleine Anfrage behandelt die Sanierungsarbeiten am Limburger Dom, einem der bedeutendsten Kulturdenkmäler Hessens. Der ursprünglich für 2017 geplante Baubeginn wurde mehrfach verschoben. Nach wiederholten Ankündigungen konkretisierter Termine verzögerte sich die Sanierung immer wieder, zuletzt vom Januar 2026 auf August 2026. Parallel dazu stiegen die veranschlagten Kosten erheblich von 8,2 Millionen Euro (2019) auf inzwischen knapp 14,8 Millionen Euro (12,96 + 1,87 Millionen Euro). Dies erinnert die Fragesteller an Probleme bei anderen deutschen Großprojekten. Besondere Brisanz entsteht durch das 200-jährige Jubiläum des Bistums Limburg im Jahr 2027.
👥 Wer ist betroffen?
Stadt Limburg und ihre Bewohner, Tourismusbranche der Region, Diözese Limburg und Gläubige, Hessische Landesregierung (federführend Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen und Finanzministerium), Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH), Landesamt für Denkmalpflege Hessen (LfDH)
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Die Fragesteller stellen neun Fragen zur Sanierung: (1) Gründe für die Nichterfüllung des Januar-2026-Termins, (2) aktueller Terminplan, (3) Höhe der Gesamtkosten und Kostensteigerungen, (4) Kosten für Planung und vorbereitende Maßnahmen seit 2017 ohne Baubeginn, (5) zusätzliche Schäden am Bauwerk seit 2017, (6) konkrete Gründe für die neunjährige Verzögerung, (7) Auswirkungen auf Tourismus und Attraktivität, (8) Prüfung einer Übertragung der Projektsteuerung auf das Bistum Limburg oder andere Träger, (9) Einordnung als weiteres Problem-Großprojekt.
🔎 Was wurde geantwortet?
Die Landesregierung antwortet: Gerüstbauarbeiten begannen am 18. August 2026 an der Westfassade; Fertigstellung ist für 2030 geplant (fünf Bauabschnitte). Gesamtkosten: 12,96 Millionen Euro (Haushaltsanerkennung Juli 2024), zuzüglich 1,87 Millionen Euro für weitere Kosten (hauptsächlich Baupreissteigerung). Planungskosten seit 2017: ca. 930.000 Euro; zusätzliche Ausgaben für Bauleistungen: ca. 180.000 Euro. Der ursprüngliche Kostenrahmen von 8,2 Millionen Euro (Mai 2019) war eine grobe Schätzung ohne Erkenntnisse aus Voruntersuchungen. Verzögerung zum Januar 2026 resultiert aus aufwendigen Voruntersuchungen der Musterachse. Keine zusätzlichen Schäden am Bauwerk; nur normaler Alterungsprozess. Landesprojekt bleibt beim Land; externe Auftragnehmer für Projektsteuerung eingeschaltet. Keine Erkenntnisse über negative Effekte auf Tourismus. Vergleich mit öffentlichen Großprojekten wird abgelehnt; vielmehr Vergleich mit anderen Kulturdenkmälern (Kölner und Mainzer Dom) als angemessen bewertet.