❓ Drucksache 21/4849
📋 Worum geht es?
Das Landwirtschaftszentrum (LWZ) Eichhof in Bad Hersfeld ist ein bedeutender hessischer Standort für landwirtschaftliches Versuchswesen, überbetriebliche Ausbildung, Fort- und Weiterbildung sowie Wissenstransfer. Vor dem Hintergrund von Klimawandel, Biodiversitätsverlust, Tierwohlanforderungen und wirtschaftlichen Druck kommt dem Eichhof eine besondere Bedeutung zu. Die Kleine Anfrage behandelt die zukünftige Rolle und Ausrichtung des Standorts im Gesamtkonzept des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen (LLH), notwendige Infrastrukturinvestitionen bis 2030 und die Frage, wie die Attraktivität und Zukunftsfähigkeit des Standorts gesichert werden kann.
👥 Wer ist betroffen?
Auszubildende (Lehrling Landwirt/in) und Fortbildungsteilnehmende; Landwirtinnen und Landwirte in Hessen und anderen Bundesländern; der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH); die Region Bad Hersfeld und Witzenhausen.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Die Fragesteller erkundigten sich nach neun zentralen Punkten: (1) Die künftige Rolle des Eichhofs im LLH-Konzept; (2) Die Bewertung der Bedeutung für Versuchswesen und Wissenstransfer; (3) Die Bewertung der aktuellen räumlichen und baulichen Voraussetzungen; (4) Welche Investitionen in bauliche und technische Infrastruktur bis 2030 vorgesehen sind (Stallanlagen, Seminarräume, Unterkunftseinrichtungen); (5) Konkrete Zukunftsperspektiven und Planungen für Milchvieh- und Sauenhaltung; (6) Entwicklung der Teilnehmerzahlen in den letzten fünf Jahren; (7) Auswirkungen dieser Entwicklungen und mögliche Umwandlung zu einem Fachschulstandort; (8) Maßnahmen zur Sicherung und Weiterentwicklung der Attraktivität; (9) Haushaltsfinanzierung und Investitionsausgaben 2023–2026 sowie mittelfristige Finanzplanung.
🔎 Was wurde geantwortet?
Die Landesregierung bestätigte die Bedeutung des Eichhofs für Versuchswesen, Bildung und Wissenstransfer. Konkrete Erkenntnisse: Die derzeitigen räumlichen und baulichen Voraussetzungen ermöglichen die gegenwärtigen Bildungsangebote, es besteht aber Modernisierungsbedarf in Lehrwerkstätten, Unterkunft und Verpflegungsinfrastruktur. Laufende oder geplante Investitionen: Schaffung von Lagerkapazitäten für Silagen/Gärreste/Festmist, Sanierung und Neubau von Fahrsiloanlagen, Sanierung des Wohnheims II. Weitere Investitionen bis 2030 werden nach fachlichen Prüfungen und Haushaltsaufstellungsverfahren entschieden. Teilnehmerzahlen überbetriebliche Ausbildung: durchschnittlich 284 Teilnehmende 2021–2025, stabil; Fort- und Weiterbildung positiv entwickelt. Die beigefügte Tabelle zeigt detaillierte Zahlen nach Bildungsangeboten und Bundesländern. Zu zusätzlichen Aufgaben im Fachschulbereich: Entscheidung offen, keine Festlegung auf Zusammenlegung von Fachschulstandorten. Geplante Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung: zeitgemäße Bildungsinfrastruktur, Lehrwerkstättenerneuerung, Digitalisierung. Finanzierung: Durchschnittliche Kosten ca. 3,0 Mio. Euro/Jahr (2023–2026, ohne Umlagekosten); davon 480.000 Euro kalkulatorische Abschreibungen/Zinsen; Durchschnittliche Investitionen 2023–2025: ca. 1,3 Mio. Euro; 2026: 444.000 Euro aus LLH-Haushaltsmitteln.