❓ Übergriffe gegen Beschäftigte in hessischen Krankenhäusern – Umfang und Präventionsmaßnahmen
📋 Worum geht es?
Die Anfrage behandelt die steigende Zahl verbaler Beleidigungen, Bedrohungen und körperlicher Übergriffe gegen Beschäftigte in hessischen Krankenhäusern seit 2020. Nach Berichten von Krankenhäusern wie dem Klinikum Werra-Meißner hat sich der Umgangston deutlich verschärft, verbale Angriffe gehören teilweise zum Alltag und körperliche Übergriffe nehmen zu. Ziel der Anfrage ist es, den Umfang des Problems landesweit zu erfassen und die Gegenmaßnahmen der Landesregierung aufzuzeigen.
👥 Wer ist betroffen?
Beschäftigte in hessischen Krankenhäusern, insbesondere Ärzte, Pflegekräfte und weitere Gesundheitsfachkräfte. Besonders betroffen sind Mitarbeiter in Notaufnahmen, auf psychiatrischen Stationen sowie Pflegekräfte im Nachtdienst.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Die Anfrage stellt zehn Fragen zu: (1) Anzahl bekannter verbaler Übergriffe seit 2020, (2) Anzahl körperlicher Übergriffe, (3) Entwicklung der Fallzahlen, (4) besonders betroffene Krankenhausbereiche, (5) Ursachen der Übergriffe, (6) von der Landesregierung unterstützte Präventionsmaßnahmen, (7) verfügbare Förderprogramme, (8) Verbesserung der Erfassung von Übergriffen, (9) Gesprächstätigkeit mit Krankenhausträgern, (10) weitere Schutzmaßnahmen.
🔎 Was wurde geantwortet?
Die Antwort der Landesregierung basiert auf Daten der Landesärztekammer Hessen (anonyme Meldestelle seit 2019): 147 Meldungen aus hessischen Krankenhäusern dokumentieren 92 Fälle Beleidigungen (63%), 88 Fälle Bedrohungen (60%), 12 Fälle Waffenbedrohungen (8%), 15 Fälle sexuelle Belästigung (10%). Bei körperlichen Übergriffen: 29 Fälle leichtere Formen wie Schubsen (20%), 39 Fälle Schlagen/Beißen (27%), 9 Fälle Angriffe mit Gegenstand (6%), 3 Fälle sexuelle Übergriffe (2%). Ursachen sind emotionale Belastungen, lange Wartezeiten, Sprachbarrieren, Suchterkrankungen und psychische Belastungen. Die Landesregierung fördert Krankenhäuser mit jährlich ~390 Millionen Euro Investitionsmitteln (seit Legislaturbeginn über 1 Milliarde Euro). Bereits umgesetzte Maßnahmen: bauliche Schutzmaßnahmen (Sicherheitsschleusen), technische Hilfen (Videoüberwachung, Notruf), Deeskalationstrainings, Polizeizusammenarbeit. Die Regierung betont, dass der Schutz primär Aufgabe der Arbeitgeber ist.