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HessenKleine Anfrage

❓ Influenza-assoziierte Sterblichkeit in Hessen – Datenlücken und Bewertungsmaßstäbe

3. August 2026Dokument 21/4896 · WP 21Hessen
Sascha Herr
InfluenzaSterblichkeitDatenlückenSurveillanceInfektionsschutzgesetz
Originaldokument (PDF)

📋 Worum geht es?

Die Anfrage befasst sich mit der Erfassung und Bewertung influenza-assoziierter Todesfälle in Hessen. Der Fragesteller kritisiert, dass die Landesregierung primär auf gemeldete Einzelfälle nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) zurückgreift, obwohl wissenschaftlich seit Jahren bekannt ist, dass dies die tatsächliche Sterblichkeit systematisch unterschätzt. Zentrale Frage ist, ob die Landesregierung über weitergehende Daten, Auswertungen und Bewertungsmaßstäbe verfügt und diese tatsächlich nutzt. Dies hat direkte Auswirkungen auf die Entscheidungsgrundlagen der Gesundheitspolitik in Hessen.

👥 Wer ist betroffen?

Hessische Bevölkerung (besonders Hochrisikopersonen für Influenza), Hessisches Landesamt für Gesundheit und Pflege (HLfGP), Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege, Ärzte und medizinische Labore bei der Meldung von Fällen, Gesundheitswesen bei Ressourcenplanung.

🎯 Was wird vorgeschlagen?

Der Fragesteller stellt zehn konkrete Fragen: (1) Welche Bewertungsmaßstäbe und Schwellenwerte nutzt die Landesregierung zur Einordnung der Influenzasaison-Schwere? (2) Wie werden Unsicherheiten und Untererfassungen bei Todesfällen fachlich berücksichtigt? (3) Welche zusätzlichen Datenquellen neben IfSG-Meldedaten werden genutzt? (4) Welche Erkenntnisse zur zeitlichen Verzögerung zwischen Infektion, Todesfall und Erfassung liegen vor? (5) Wie werden Gesamtsterblichkeitsdaten im Zusammenhang mit Influenzawellen ausgewertet? (6) Welche fachlichen Gründe sprechen gegen systematische Zusammenführung verschiedener Datenquellen? (7) Wie werden externe wissenschaftliche Erkenntnisse berücksichtigt? (8) Welche Unterschiede bestehen zwischen gemeldeten und wissenschaftlich geschätzten Sterblichkeitszahlen? (9) Welche internen Berichte und Lageeinschätzungen werden erstellt? (10) Welche Schritte sind geplant zur Erweiterung oder Präzisierung der Datengrundlage?

🔎 Was wurde geantwortet?

Die Ministerin antwortet teilweise bundweise: Zur Saison-Schwere: Diese lässt sich insbesondere retrospektiv beurteilen (konkrete Schwellenwerte nicht benannt). Zu Unsicherheiten und Unterschieden (Fragen 2 & 8): Nach IfSG ist nur direkter Labornachweis meldepflichtig; nicht jeder Erkrankte besucht einen Arzt oder erhält einen Test. Influenza-assoziierte Todesfälle können sich hinter Vorerkrankungen verbergen, was zu systematischer Untererfassung führt. Diese Tatsache findet bei der Interpretation Berücksichtigung; umfangreiche wissenschaftliche Literatur existiert dazu. Zu Datenquellen (Fragen 3 & 6): Das HLfGP führt seit Herbst 2023 ARE-Surveillance (akute respiratorische Erkrankungen) durch. Abwassersurveillance (AMELAG-Projekt) beprobt Kläranlagen auf Influenzavirus-Material. Sterblichkeitsdaten werden tagesaktuell vom Statistischen Bundesamt bereitgestellt. ProSReMod 2 Projekt entwickelt ein System zur Beurteilung der Gesundheitswesen-Auslastung. Zu zeitlicher Verzögerung (Frage 4): Der Landesregierung liegen aktuell keine Erkenntnisse vor. Zu Gesamtsterblichkeit und Schritte (Fragen 5 & 10): Mit tagesaktueller Übermittlung von Sterblichkeitsdaten durch das Statistische Landesamt wurde ein bedeutender Schritt getan. Zu wissenschaftlichen Erkenntnissen (Fragen 7 & 9): Wissenschaftliche Literatur wird ausgewertet; epidemiologische Kennzahlen aus Studien werden bewertet und eingeordnet. Es erfolgt Auswertung von 'Signalen' (Vergleich mit früheren Saisons) und Datenaufbereitungen zur frühzeitigen Erkennung relevanter Entwicklungen.

Quelle: Hessen, Dokument 21/4896, Wahlperiode 21, eingereicht 3. August 2026

Quelle im Parlamentssystem

Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt und dient ausschließlich Informationszwecken. Für rechtsverbindliche Auskünfte konsultieren Sie bitte das Originaldokument.