❓ Drucksache 21/4914
📋 Worum geht es?
Die Anfrage befasst sich mit der medizinischen Versorgung von Menschen mit Kontinenzstörungen in Hessen. Kontinenzstörungen sind Erkrankungen, die die Lebensqualität, gesellschaftliche Teilhabe und psychische Gesundheit erheblich beeinträchtigen können. Spezialisierte Diagnostik, Therapie und physiotherapeutische Angebote sind notwendig, um Beschwerden zu lindern und Folgeerkrankungen zu vermeiden. Der aktuelle Krankenhausplan enthält diese Versorgung nicht als eigenständige Leistungsgruppe, obwohl 38 Krankenhäuser mit 55.583 vollstationären Fällen im Jahr 2024 in der Urologie versorgt werden.
👥 Wer ist betroffen?
Betroffene sind Menschen mit Kontinenzstörungen in Hessen, insbesondere in ländlichen Regionen mit schlechter Erreichbarkeit. Weiterhin sind ambulante und stationäre Gesundheitseinrichtungen (Urologen, Krankenhäuser, Physiotherapie-Praxen), Gesundheitsberufe (Ärzte, Therapeuten) sowie spezialisierte Zentren betroffen. Das Problem betrifft auch die Qualität der Gesundheitsversorgung in ländlichen Gebieten.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Die Kleine Anfrage stellt zehn konkrete Fragen an die Landesregierung: (1) Anzahl der ambulanten Standorte mit urodynamischer Diagnostik nach Landkreisen, (2) durchschnittliche Wartezeiten für Termine, (3) Zahl der Standorte, die das Angebot seit 2020 beendet haben, (4) Regionen mit Versorgungslücken, (5) Plankrankenhäuser mit interdisziplinärer stationärer Kontinenzversorgung, (6) Bewertung des Bedarfs für weitere Kontinenzzentren, (7) Anzahl der Physiotherapie-Praxen mit spezialisierter Beckenbodentherapie, (8) bestehende landesgeförderte Präventionsangebote, (9) Fortbildungsangebote für Gesundheitsberufe, und (10) Pläne für ein interprofessionelles Expertengremium zur Entwicklung einer hessischen Kontinenzstrategie.
🔎 Was wurde geantwortet?
Das vorliegende Dokument ist eine Kleine Anfrage der Abgeordneten Yanki Pürsün (Freie Demokraten) vom 5. August 2026. Die Antwort der Landesregierung liegt noch nicht vor. Das Dokument selbst enthält eine Vorbemerkung, die die Problemlage darstellt: Es gibt nur zwei zertifizierte Kontinenz- und Beckenbodenzentren in Hessen (Wiesbaden und Bad Soden am Taunus). Der Krankenhausplan 2025 weist 38 Krankenhäuser mit urologischen Abteilungen und 55.583 vollstationären Fällen im Jahr 2024 auf. Ein Ambulantisierungspotenzial von 30 Prozent wird beziffert, aber spezialisierte Kontinenzversorgung ist nicht eigenständig erfasst.