📝 Drucksache 21/4946
📋 Worum geht es?
Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen fordert die Landesregierung auf, im Innenausschuss über die Umsetzung der intelligenten Videoüberwachung im Frankfurter Bahnhofsviertel zu berichten. Hintergrund ist die Novelle des Hessischen Sicherheits- und Ordnungsgesetzes (HSOG) von Dezember 2024, die die Polizeibehörden befugt, Videobildern mit Mustererkennung auszuwerten und biometrische Echtzeit-Fernidentifizierung (automatisierte Gesichtserkennung) einzusetzen. Die Grünen kritisieren, dass dies einen schwerwiegenden Grundrechtseingriff darstellt, da täglich hunderttausende Passanten erfasst werden und dies nur unter engsten verfassungs- und europarechtlichen Voraussetzungen zulässig ist.
👥 Wer ist betroffen?
Frankfurter Bevölkerung und Passanten im Bahnhofsviertel, Reisende und Besucher der überwachten Bereiche, Frankfurter Polizeipräsidium, zuständige Amtsgerichte, Datenschutzbehörden, Hessische Landesregierung, insbesondere das Innenministerium.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Der Antrag stellt 25 konkrete Fragen zur Compliance und Kontrolle des Systems: (1) Maßnahmen zur Einhaltung der EU-KI-Verordnung bis August 2026/Dezember 2027, (2-3) Begriffsklärung zu 'vorhersehbarer Gefahr' und konkreten Straftatbeständen, (4) räumliche und zeitliche Grenzen der Anwendung, (5-6) Offenlegung und Genehmigung aller Anträge zur Referenzdatenbank mit Erfolgsergebnissen, (7) Maßnahmen bei Gefahr im Verzug, (8) Meldungen an Marktüberwachungsbehörde und Datenschutzbehörde, (9) Durchführung von Grundrechtefolgenabschätzungen, (10) Registrierung im EU-Datenbankregister, (11) Datenschutz-Folgenabschätzung, (12-16) Details zu eingesetzter Software, Algorithmus, Kontrollen, Leistungskenndaten und technischer Umsetzung, (17-20) Maßnahmen zu KI-Kompetenz, Vier-Augen-Prinzip und Entscheidungsfindung, (21-25) Erprobung weiterer Befugnisse, Evaluierungspläne, regionale Ausweitung und Regelerlasse.
🔎 Konkrete Inhalte
Das Dokument enthält nur die Anfrage; die Antwort der Hessischen Landesregierung liegt noch nicht vor. Der Antrag dokumentiert, dass die Hessische Polizei im Frankfurter Bahnhofsviertel eine intelligente Videoüberwachung mit biometrischer Echtzeit-Fernidentifizierung in einem Probebetrieb nutzt, der auf § 14 Abs. 8 und 9 HSOG basiert. Das System kann verdächtige Bewegungen bei Waffen/Messern detektieren, Personen markieren und automatisiert identifizieren. Die Grünen fordern Transparenz über rechtliche Compliance (insbesondere EU-KI-VO Art. 5), durchgeführte Folgenabschätzungen, die eingesetzte Technologie, Kontrollverfahren, Fehlerquoten und Erfolgsmessungen.