❓ Wispertal- oder Ernstbachtalsperre – Pumpspeicher und Trinkwasserreservoir für das Rhein-Main-Gebiet?
📋 Worum geht es?
Die Kleine Anfrage befasst sich mit der möglichen Wiederbelebung historischer Pläne für eine Talsperre im Ernstbachtal oder Wispertal (Landkreis Rheingau-Taunus). Diese Projekte wurden bereits 1962-1964 sowie 1977-1984 geplant, dann aber verworfen. Angesichts zunehmender Trockenperioden und wachsenden Wasserbedarfs im Rhein-Main-Gebiet wird hinterfragt, ob diese Infrastruktur heute relevant sein könnte. Zusätzlich könnte ein Pumpspeicher zur Stromspeicherung bei Überschüssen aus Photovoltaik-Anlagen genutzt werden und damit zur Netzstabilisierung beitragen.
👥 Wer ist betroffen?
Bewohner und Industrie des Rhein-Main-Gebietes (Trinkwasserversorgung), Umwelt und Natur im FFH-Schutzgebiet Wispertaunus, Betreiber von Solaranlagen und Strombetreiber (Stromspeicherung), Landkreis Rheingau-Taunus, Forst- und Landwirtschaft in der Region.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Die AfD stellt 10 Fragen an die Landesregierung: (1) Unter welchen Voraussetzungen wäre eine Ausnahme vom FFH-Schutzgebietsverbot möglich? (2) Welche Unterlagen und Pläne aus den 1960er-1980er Jahren liegen noch vor? (3) Welche wasserwirtschaftlichen Gründe für die damalige Ablehnung gelten noch? (4) Wie wird die heutige Eignung der Täler (Hydrologie, Zuflussmengen, Fallhöhe, Geotechnik) bewertet? (5) Welche rechtlichen und genehmigungsrechtlichen Hürden bestehen (Wasserrecht, Planfeststellung, UVP, FFH-Vorgaben)? (6) Unter welchen Bedingungen wäre Rheinwasser-Entnahme zum Hochpumpen genehmigungsfähig? (7) Welche Anforderungen an Trinkwasseraufbereitung und Infrastruktur würden bestehen? (8) Welche ökologischen Ausgleichsmaßnahmen wären erforderlich? (9) Wie wird die wirtschaftliche Tragfähigkeit eines kombinierten Konzepts bewertet? (10) Welche Machbarkeitsstudien plant oder fördert das Land?
🔎 Was wurde geantwortet?
Das Dokument enthält nur die Anfrage der AfD-Fraktion; die Antwort der Landesregierung liegt nicht vor. Dokumentiert sind jedoch historische Fakten: 1962-1964 war ein Pumpspeicherkraftwerk mit bis zu 32,8 Millionen Kubikmetern Jahreskapazität geplant. Nach dem Trockenjahr 1976 wurden die Planungen 1977-1984 intensiviert, mit geschätzten Gesamtkosten von 400 Millionen DM. Bis 1981 waren bereits 12,7 Millionen DM investiert. Das Projekt wurde 1984 verworfen. Der scheidende Präsident des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG), Prof. Dr. Thomas Schmid, bezeichnete die Sicherung der Trinkwasserversorgung als intensivste Aufgabe der nächsten zehn Jahre.