❓ Wie krisenfest ist Hessens Strategie gegen Wohnungslosigkeit bei kurzfristigen Ausfällen von Notübernachtungskapazitäten?
📋 Worum geht es?
Die Kleine Anfrage behandelt die Frage, wie vorbereitet das Land Hessen auf Ausfälle von Notübernachtungsangeboten ist. Auslöser ist die Schließung der Notübernachtung in der U-Bahn-Station Eschenheimer Tor in Frankfurt am Main am 29. Juni 2026, die 150 Schlafplätze bereitgestellt hatte. Das Land Hessen verfolgt zwar eine ressortübergreifende Strategie zur Bekämpfung von Wohnungs- und Obdachlosigkeit, doch die plötzliche Schließung zeigt, dass neben langfristiger Prävention auch die Krisenfestigkeit bestehender Hilfestrukturen entscheidend ist.
👥 Wer ist betroffen?
Wohnungslose Menschen in Hessen, insbesondere in Frankfurt am Main (ca. 150 betroffene Personen durch die Schließung). Stadt Frankfurt am Main als Betreiberin der Notübernachtung. Alle hessischen Kommunen, da die Frage nach Meldesystemen und Notfall-Standards auf landesweiter Ebene gestellt wird. Landesregierung als Verantwortliche für die Gesamtstrategie.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Die Kleine Anfrage richtet zehn konkrete Fragen an die Landesregierung: (1) Zeitpunkt der Kenntnis über die Suche nach einer Ersatzlösung; (2) Zeitpunkt der Kenntnis über fehlende kurzfristige Ersatzkapazität; (3) Zeitpunkt der Kenntnis über die bevorstehende Schließung; (4) Welche Landesstellen befassten sich mit Ersatzkapazitäten; (5) Welche Unterstützungsangebote unterbreitete das Land Frankfurt; (6) Welche landeseigenen Immobilien oder Flächen wurden als Ersatzstandort geprüft; (7) Welcher Meldeweg für Kommunen bei Kapazitätsausfällen ist festgelegt; (8) Welche konkreten Unterstützungsinstrumente kann das Land einsetzen; (9) Welche landeseigenen Standards für Notfallkonzepte bestehen; (10) Welche Änderungen der Landesstrategie werden daraus abgeleitet.
🔎 Was wurde geantwortet?
Das Dokument enthält nur die Kleine Anfrage selbst; die Antwort der Landesregierung liegt noch nicht vor. Das Dokument basiert auf folgenden dokumentierten Fakten: Die Notübernachtung am Eschenheimer Tor war seit 2018 in Betrieb und bot 150 Schlafplätze. Sie wurde am 29. Juni 2026 geschlossen. Als Übergangslösung folgte eine provisorische Zeltunterkunft in der Bockenheimer Anlage. Seit Anfang August 2026 werden erste feste Ersatzangebote genutzt (vier niedrigschwellige Einrichtungen mit insgesamt etwa 150 Schlafplätzen). Das Land Hessen fördert 2026–2028 insgesamt 15 Modellprojekte zur Prävention und Bekämpfung von Wohnungs- und Obdachlosigkeit mit über 6,1 Millionen Euro. Zum Stichtag 31. Januar 2025 waren 29.035 wohnungslose Menschen in Hessen untergebracht.