❓ Drucksache 21/5378
📋 Worum geht es?
Die Anfrage betrifft die Netzskulptur „A Sky Full of Hope – Earthtime 1.78 Frankfurt“ der Künstlerin Janet Echelman, die im Rahmen der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 an der Frankfurter Konstablerwache installiert wurde. Die Fragesteller greifen eine frühere Antwort der Landesregierung auf (Drucksache 21/4972), in der diese erklärt hatte, keine Landesmittel seien für das Projekt eingesetzt worden und es lägen ihr über Medienberichte hinaus keine Informationen zu Vergabe, Kosten oder Erfolgskriterien vor. Dem stellen die Fragesteller gegenüber, dass die Stadt Frankfurt inzwischen öffentlich erläutert habe, dass 1,2 Millionen Euro aus ursprünglich für Innenstadtillumination vorgesehenen investiven Mitteln des Jahres 2024 sowie weitere Mittel aus dem Programm „Initiative Innenstadt“ stammten, und dass die Künstlerin sowie das Atelier Markgraph im Verhandlungsverfahren ohne Teilnahmewettbewerb beauftragt worden seien. Zudem verweisen die Fragesteller darauf, dass der Bund der Steuerzahler das Projekt am 1. Oktober 2026 in sein Schwarzbuch aufgenommen habe und dass die Frankfurter Feuerwehr am 18. August und am 12. Oktober 2026 jeweils einen Vogel aus der Netzskulptur habe befreien müssen.
👥 Wer ist betroffen?
Betroffen sind die Landesregierung Hessen (insbesondere das Hessische Innenministerium als Kommunalaufsichtsbehörde), die Stadt Frankfurt am Main, die Künstlerin Janet Echelman und das Atelier Markgraph sowie der WDC-Fachbeirat.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Die Fragesteller fragen unter anderem: welche Stellen die Landesregierung zur Vorbereitung ihrer früheren Antwort um Auskunft gebeten hat; welche Unterlagen dem WDC-Fachbeirat am 17. Dezember 2025 vorlagen; auf welcher Abgrenzung die Feststellung beruht, dass keine Landesmittel eingesetzt wurden; welche Einzelvorlage der Kommunalaufsicht zur „Initiative Innenstadt“ vorliegt; wie das Innenministerium den Einsatz investiver Mittel für ein zunächst dreijährig genutztes, gemietetes Kunstwerk bewertet; welche vergaberechtliche Prüfung zur Beauftragung des Ateliers Markgraph ohne Teilnahmewettbewerb erfolgt ist; welche Gesamtkosten für die dreijährige Nutzungsdauer bekannt sind; welche Wirkungsindikatoren die wissenschaftliche Begleitung durch die Frankfurt University of Applied Sciences vorsieht; welche naturschutzfachliche Neubewertung nach dem zweiten Feuerwehreinsatz erfolgt ist; und wer für Kosten zusätzlicher Vogelschutzmaßnahmen verantwortlich ist.
🔎 Was wurde geantwortet?
Das Dokument enthält nur die Anfrage; die Antwort der Landesregierung liegt noch nicht vor. Die Fragesteller führen als Hintergrund an: Im Frankfurter Nachtragshaushalt 2025 seien 2.301.000 Euro für eine „Innenstadtilluminierung anlässlich WDC 2026“ ohne Festlegung von Teilprojekten veranschlagt worden. Laut den Fragestellern hat die Stadt Frankfurt öffentlich erläutert, dass 1,2 Millionen Euro aus investiven Mitteln des Jahres 2024 sowie weitere Mittel aus dem Programm „Initiative Innenstadt“ für das Projekt verwendet wurden, dass die Künstlerin und das Atelier Markgraph im Verhandlungsverfahren ohne Teilnahmewettbewerb beauftragt wurden und dass das Kunstwerk zunächst für drei Jahre genutzt wird. Die Fragesteller verweisen zudem darauf, dass der Bund der Steuerzahler das Projekt am 1. Oktober 2026 in sein Schwarzbuch aufgenommen habe und dass die Feuerwehr am 18. August und 12. Oktober 2026 jeweils einen Vogel aus der Netzskulptur befreit habe; die Stadt sehe laut den Fragestellern unter Berufung auf fachliche Einschätzungen keine unmittelbare Gefahr für Vögel.
⚡ Einordnung
Die Anfrage wurde von Yanki Pürsün (Freie Demokraten) eingereicht und datiert vom 16. Oktober 2026. Sie bezieht sich ausdrücklich auf die frühere Antwort der Landesregierung in Drucksache 21/4972 sowie auf den Frankfurter Beschluss M 55/2022 zur „Initiative Innenstadt“. Eine Antwort der Landesregierung liegt in diesem Dokument nicht vor. Genannte Zahlen stammen laut den Fragestellern aus Angaben der Stadt Frankfurt: 2.301.000 Euro im Nachtragshaushalt 2025 für Innenstadtilluminierung sowie 1,2 Millionen Euro aus investiven Mitteln 2024 für das Projekt.