Zurück zur Übersicht
NiedersachsenKleine AnfrageCDU

❓ Drucksache 19/11812

9. September 2026Dokument 19/11812 · WP 19Niedersachsen
Heike Koehler
NiedrigwasserBinnenschifffahrtWasserstraßenKlimawandelWassermanagement
Originaldokument (PDF)

📋 Worum geht es?

Die Anfrage befasst sich mit der Frage, wie sich Niedrigwasser in Flüssen, Kanälen und Grundwasser in Niedersachsen entwickelt hat und welche Folgen dies für Binnenschifffahrt, Wirtschaft und Wasserwirtschaft hat. Die Landesregierung antwortet mit Daten zu Pegelständen, Niedrigwasserphasen und den eingeleiteten Gegenmaßnahmen.

👥 Wer ist betroffen?

Betroffen sind die Binnenschifffahrt und Güterlogistik auf niedersächsischen Bundeswasserstraßen (insbesondere Elbe und Oberweser), die Landwirtschaft und Wasserwirtschaft, sowie Regionen entlang von Aller, Leine, Weser, Ems und deren Zuflüssen, vor allem im südlichen und östlichen Niedersachsen.

🎯 Was wird vorgeschlagen?

Die Fragestellerin erkundigt sich: 1) Wie haben sich die Wasserstandskennwerte an Weser, Elbe, Ems, Aller und Leine sowie am Mittellandkanal seit 2015 entwickelt? 2) Liegen Erkenntnisse zur Entwicklung von Anzahl, Dauer und Ausdehnung von Niedrigwasserereignissen seit 2015 vor? 3) An welchen Gewässerabschnitten traten besonders häufig kritische Niedrigwasserstände auf? 4) Welche Wasserstraßen und Regionen bewertet die Landesregierung als besonders anfällig? 5) Wie bewertet die Landesregierung die zukünftige Entwicklung von Niedrigwasserlagen? 6) Hatten Niedrigwasserperioden in den vergangenen zehn Jahren Auswirkungen auf die Binnenschifffahrt? 7) Kam es zu Einschränkungen beim Gütertransport auf niedersächsischen Wasserstraßen?

🔎 Was wurde geantwortet?

Die Landesregierung antwortet, dass am Pegel Neu Darchau (Elbe) seit Aufzeichnungsbeginn 1874 neun der 15 extremsten Niedrigwasserereignisse seit 2015 auftraten. An Aller und Leine entfallen acht der zehn niedrigsten je gemessenen Wasserstände auf die vergangenen zehn Jahre (Pegel Rethem/Aller seit 1941, Pegel Schwarmstedt/Leine seit 1942). Laut NLWKN-Projekt KliBiW haben Niedrigwasserphasen seit den 1960er Jahren bis 2017 vor allem im Sommerhalbjahr zugenommen, seit 2018 zeigt sich eine landesweite, ganzjährige Verschärfung; der Abschlussbericht KliBiW 8 soll laut Landesregierung bis Ende 2026 veröffentlicht werden. An Elbezuflüssen wie Wipperau, Jeetzel und Köhlener Mühlenbach sank der mittlere Niedrigwasserabfluss (MNQ) seit 2015 gegenüber 1985–2014 um rund 12–14 %, an Ilmenau und Este um rund 5 %. Unter dem Szenario ohne Klimaschutz (RCP8.5) rechnet die Landesregierung laut NLWKN-Analysen mit einer weiteren Verschärfung, zur Jahrhundertmitte vor allem im südlichen Niedersachsen, zum Jahrhundertende fast landesweit. Zur Frage der wirtschaftlichen Schäden erklärt die Landesregierung, ihr lägen derzeit keine konkreten Erkenntnisse über erhebliche Produktionsausfälle oder größere wirtschaftliche Schäden in Niedersachsen vor. Eine eigene Bewertung, welche Wasserstraßen oder Regionen besonders anfällig seien, liegt laut Landesregierung nicht vor, da die Zuständigkeit für Bundeswasserstraßen beim Bund liege. Am 15.07.2026 veröffentlichte die Landesregierung den Masterplan Wasser Niedersachsen; zudem werde derzeit eine landesweite Niedrigwasserstrategie erarbeitet. Die Antwort auf Frage 7 bricht im vorliegenden Dokumentausschnitt ab.

⚡ Einordnung

Die Anfrage wurde von der Abgeordneten Heike Koehler (CDU) eingereicht (eingegangen am 09.09.2026, ursprüngliche Drucksache 19/11579). Die Antwort erfolgte durch das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz namens der Landesregierung am 08.10.2026. Die Landesregierung verweist auf das NLWKN-Projekt KliBiW (seit 2008, aktuell Phase 8, Abschlussbericht KliBiW 8 für Ende 2026 angekündigt), auf den am 15.07.2026 veröffentlichten Masterplan Wasser Niedersachsen sowie auf eine in Erarbeitung befindliche landesweite Niedrigwasserstrategie. Die Zuständigkeit für Ausbau, Betrieb und Unterhaltung der Bundeswasserstraßen liegt laut Landesregierung beim Bund; Niedersachsen beteiligt sich gemeinsam mit Nordrhein-Westfalen, Bremen und Hamburg am Bundesprogramm zum Ausbau des Mittellandkanals (Länderdrittel-Finanzierung).

Quelle: Niedersachsen, Dokument 19/11812, Wahlperiode 19, eingereicht 9. September 2026

Quelle im Parlamentssystem

Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt und dient ausschließlich Informationszwecken. Für rechtsverbindliche Auskünfte konsultieren Sie bitte das Originaldokument.