❓ AgoraEU: unklare Kriterien, intransparente Förderung und Risiken für die Medienvielfalt in NRW
📋 Worum geht es?
Die Anfrage betrifft das EU-Programm AgoraEU, das ab 2028 als übergeordnetes Finanzierungsinstrument der europäischen Demokratie-Strategie (European Democracy Shield) dienen wird. Das Programm bündelt bisherige EU-Programme wie Creative Europe und CERV mit einem geplanten Budget von etwa 8,6 Milliarden Euro – etwa das Doppelte der bisherigen Budgets. Die drei Programmstränge umfassen kulturelle Vielfalt, audiovisuelle Förderung, Journalismusförderung, Zivilgesellschaft und Grundrechte. Der Verordnungstext und das endgültige Budget sind noch nicht finalisiert.
👥 Wer ist betroffen?
Kultureinrichtungen, Medienunternehmen und Journalisten in Nordrhein-Westfalen, die künftig AgoraEU-Mittel beantragen könnten; Zivilgesellschaftliche Organisationen in NRW; die Landesregierung NRW als potenzielle Koordinierungsstelle.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Der Abgeordnete fragt die Landesregierung nach: (1) ihren Kenntnissen zum aktuellen Verhandlungsstand und noch offenen Verordnungstext; (2) ihrer Bewertung der Kritik des EU-Rechnungshofs zu unzureichender Begründung und Lücken bei Steuerung, Erfolgskennzahlen und Kontrolle; (3) erforderlichen Maßnahmen zur Sicherung von Transparenz über Antragsteller, Empfänger, Fördersummen und Bewertungskriterien; (4) wer operativ über die Kriterien 'resilient', 'unabhängig' und 'demokratiefördernd' entscheidet; (5) wie sichergestellt wird, dass keine einseitige Förderung nach politischer Nähe zur EU-Linie erfolgt.
🔎 Was wurde geantwortet?
Das Dokument enthält nur die Kleine Anfrage; die Antwort der Landesregierung liegt noch nicht vor. Die Anfrage stützt sich auf folgende Kritikpunkte: Der EU-Rechnungshof hat Lücken in Begründung, Steuerung und Kontrolle bei der fast doppelt so hohen Mittelausstattung kritisiert. MEP Fabrice Leggeri hat Bedenken geäußert, dass die EU-Kommission den EU-Haushalt nutzt, um in Wahlen, Massenmedien und Zivilgesellschaft einzugreifen. Ein partielles Verhandlungsmandat wurde vom Rat am 12. Mai 2026 beschlossen; der endgültige Text und das Budget sind noch offen.