❓ Drucksache 18/21396
📋 Worum geht es?
Diese Kleine Anfrage diskutiert die kontroverse Debatte um Auftritte der russischen Opernsängerin Anna Netrebko in Deutschland. Nach Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine fordern mehrere Institutionen, dass sich Künstler russischer Herkunft deutlich von ihrer Herkunftsregierung distanzieren. Netrebko erhielt Demonstrationen und Absageforderungen, obwohl sie erklärt hat, gegen den Krieg zu sein. Gleichzeitig argumentieren Kulturinstitutionen und Publikum für die Trennung von Kunst und Politik.
👥 Wer ist betroffen?
Opernsängerin Anna Netrebko, Kulturinstitutionen in NRW (Opernhäuser, Philharmonien), Künstler russischer Herkunft allgemein, ukrainische Diplomatische Vertretungen, Kulturpublikum und Bürger in Nordrhein-Westfalen, andere betroffene Künstler
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Die Anfrage stellt zwei konkrete Fragen an die Landesregierung: (1) Wie steht die Landesregierung zu Auftritten der Opernsängerin Anna Netrebko in Nordrhein-Westfalen? (2) Hält die Landesregierung eine Stellungnahme oder Distanzierung von der Regierungspolitik des Herkunftslandes durch Künstler vor Auftritten in NRW für erforderlich?
🔎 Was wurde geantwortet?
Das Dokument enthält nur die Anfrage der AfD-Fraktion; die Antwort der Landesregierung liegt nicht vor. Es werden Beispiele aus der Praxis genannt: Die Philharmonie Essen führte Netrebkos Konzert am 27. Juni 2026 trotz Protesten durch (ausverkauft). Der ukrainische Botschafter hatte eine Absage nahegelegt, was die Philharmonie ablehnte und erklärte, sich nicht am "Kultur-Boykott" zu beteiligen. Allerdings wurde der Dirigent Valery Gergiev, als "Putin-nah" bekannt, sofort nach Kriegsbeginn von einem geplanten Auftritt ausgeladen. Das Publikum äußerte Verständnis für Netrebko mit Aussagen wie "Die Kunst soll doch einfach Kunst sein dürfen" und "Das macht sie als Künstlerin nicht weniger wertvoll".