❓ Anwerbung ausländischer Studenten aus Nicht-EU-Ländern für die Universitäten in der Trägerschaft des Landes Nordrhein-Westfalen im Zusammenhang mit der demographischen Entwicklung
📋 Worum geht es?
Die Anfrage befasst sich mit der Anwerbung ausländischer Studenten aus Nicht-EU-Ländern an den Universitäten in Trägerschaft des Landes Nordrhein-Westfalen vor dem Hintergrund sinkender Studienanfängerzahlen durch die Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium (G9) und die demographische Entwicklung. Der Fragesteller verweist darauf, dass zum Wintersemester 2025/26 knapp 22 % der 93.896 Erstsemester in Nordrhein-Westfalen eine ausländische Staatsangehörigkeit hatten. Er stellt infrage, ob der von einer IW-Studie im Auftrag des DAAD prognostizierte volkswirtschaftliche Nutzen der Anwerbung angesichts von Abbruch- und Bleibequoten tatsächlich erzielt wird.
👥 Wer ist betroffen?
Universitäten in Trägerschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, ausländische Studierende aus Drittstaaten sowie die Landesregierung als Adressatin der Anfrage.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Der Fragesteller fragt die Landesregierung: 1. welche Daten zur Studienerfolgsquote ausländischer Studenten aus Drittstaaten von 2015 bis 2025 vorliegen, aufgeschlüsselt nach Studiengängen und Herkunft; 2. welche Daten zur Erwerbsquote dieser Studenten nach Studienabschluss in Nordrhein-Westfalen vorliegen; 3. welche Daten dazu vorliegen, ob die Erwerbstätigkeit der Qualifikation entspricht und angemessen entlohnt wird; 4. welche Daten zur Kostenentwicklung durch den steigenden Anteil ausländischer Studenten aus Drittstaaten vorliegen (Studienplatzkosten, Wohnraum, Sprachförderung, Betreuung); 5. ob die Landesregierung bei fehlenden Daten entsprechende Erhebungen plant oder wie sie den Verzicht darauf begründet.
🔎 Was wurde geantwortet?
Das Dokument enthält nur die Kleine Anfrage des Abgeordneten; eine Antwort der Landesregierung liegt in diesem Dokument noch nicht vor. Der Fragesteller nennt zur Begründung eigene Zahlen: Laut einer KMK-Prognose wird für das Wintersemester 2026/27 ein Rückgang der Studienanfänger um ca. 18,5 % erwartet; 2017 waren an den landeseigenen Hochschulen gut 102.000 Erstsemester eingeschrieben, 1975 lag die Gesamtzahl der Erstsemester in Nordrhein-Westfalen bei 47.852 und stieg bis 2017 um den Faktor 2,5. Zum Wintersemester 2025/26 hatten 20.490 von 93.896 Erstsemestern in Nordrhein-Westfalen eine ausländische Staatsangehörigkeit (knapp 22 %); bundesweit stieg der Ausländeranteil unter Erstimmatrikulierten laut einer vom Fragesteller zitierten Quelle von 2014 bis 2024 von 22 % auf 30 %. Der Fragesteller zitiert zudem eine IW-Studie im Auftrag des DAAD, die laut seinen Angaben für 2018 eine Abbruchquote von 49 % im Bachelorstudium internationaler Studierender im Bundesdurchschnitt ausweist, sowie einen OECD-Bericht, der für Deutschland eine Bleibequote von 54 % ehemaliger Drittstaaten-Studierender knapp zehn Jahre nach Studienbeginn nennt, wovon laut der vom Fragesteller zitierten Studie nur 26.700 von 99.700 Personen als erwerbstätig ausgewiesen werden.
⚡ Einordnung
Eingereicht wurde die Kleine Anfrage (Nr. 8856) vom Abgeordneten Dr. Hartmut Beucker der Fraktion AfD. Eine Antwort der Landesregierung ist in diesem Dokument nicht enthalten. Die im Dokument genannten Zahlen und Quellenangaben (u. a. Schulministerium NRW, KMK-Vorausberechnung, IT.NRW, Destatis, IW/DAAD-Studie, OECD-Bericht) stammen aus den vom Fragesteller selbst angeführten Quellen und Fußnoten, nicht aus einer Stellungnahme der Landesregierung.