❓ Lehrkräftebedarf nicht länger auf Sicht fahren - wann legt die Landesregierung eine neue Bedarfsprognose vor?
📋 Worum geht es?
Die Anfrage der SPD-Fraktion betrifft die geplante neue Lehrkräftebedarfsprognose der nordrhein-westfälischen Landesregierung. Die Fragesteller verweisen darauf, dass laut Gesprächen mit Personalvertretungen eine Aktualisierung der Prognose geplant sei, bislang aber unklar sei, wann diese vorgelegt wird und auf welcher Datengrundlage sie beruht. Die Fragesteller führen an, dass aktuell 7772 Lehrerstellen unbesetzt seien, unter Verweis auf eine Pressemitteilung des Schulministeriums.
👥 Wer ist betroffen?
Betroffen sind die Schulen in Nordrhein-Westfalen, Lehrkräfte verschiedener Lehramtstypen, die Personalvertretungen (Hauptpersonalräte) sowie die für Personalplanung zuständigen Stellen des Ministeriums für Schule und Bildung.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Die Fragesteller wollen wissen: 1. Zu welchem Zeitpunkt die neue Lehrerbedarfsprognose veröffentlicht werden soll. 2. Auf welcher Datengrundlage die neue Prognose erstellt wird. 3. Welche Parameter bei der Berechnung des zukünftigen Lehrkräftebedarfs berücksichtigt werden. 4. In welcher Form regionale und schulform-/fachspezifische Unterschiede abgebildet werden. 5. In welcher Form der Hauptpersonalrat der Lehrkräfte an der Erstellung bzw. Abstimmung beteiligt wird, einschließlich des Zeitpunkts der Beteiligung.
🔎 Was wurde geantwortet?
Die Landesregierung antwortet, dass die Aktualisierung der Lehrkräftebedarfsprognose derzeit in Arbeit und im Zeitplan sei; eine Veröffentlichung sei für die erste Jahreshälfte 2027 zu erwarten. Als Datengrundlage würden amtliche Schuldaten, Daten zum Vorbereitungsdienst des Landesamts für Qualitätssicherung und Informationstechnologie der Lehrerausbildung, Daten aus dem Schulinformations- und Planungssystem sowie Einstellungsdaten verwendet. Die grundsätzliche Methodik bleibe gegenüber der bestehenden Veröffentlichung von März 2023 im Bildungsportal unverändert. Der künftige Bedarf werde nicht schulform-, sondern lehramtsbezogen prognostiziert; eine fächerspezifische Prognose erfolge weiterhin für das Lehramt an Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen (Sek. I) sowie für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen (Sek. II). Eine regionalisierte Prognose sei weiterhin nicht geplant. Eine Beteiligung der Hauptpersonalräte an Veröffentlichungen und Prognosen des Ministeriums sei nach dem Personalvertretungsgesetz NRW nicht vorgesehen.
⚡ Einordnung
Die Anfrage wurde von der SPD-Fraktion (Christian Dahm und Christian Obrok) am 23. September 2026 eingereicht (Drucksache 18/21486) und von der Ministerin für Schule und Bildung namens der Landesregierung mit Schreiben vom 7. Oktober 2026 beantwortet. Die Fragesteller nennen unter Verweis auf eine Pressemitteilung des Schulministeriums die Zahl von 7772 unbesetzten Lehrerstellen. Die Landesregierung nennt als Veröffentlichungszeitraum der neuen Prognose die erste Jahreshälfte 2027 und verweist auf eine frühere Veröffentlichung im Bildungsportal vom März 2023.