❓ Drucksache 19/143
📋 Worum geht es?
Das Dokument behandelt die Zukunft der Familiengrundschulzentren in Rheinland-Pfalz. Seit dem Schuljahr 2023/2024 werden diese als Modellprojekt (FamOS - Familiengrundschulzentren als multiprofessionelle Orte in der Schule) erprobt. Ziel ist, Grundschulen in herausfordernden Lagen stärker in den Sozialraum zu öffnen und Familien durch niedrigschwellige Bildungs-, Beratungs- und Unterstützungsangebote einzubinden. Die aktuelle Förderphase läuft bis 31. Dezember 2026, danach ist eine Fortsetzung über das Startchancen-Programm (Bund-Länder-Initiative) geplant.
👥 Wer ist betroffen?
Betroffene sind Familien mit Kindern an Grundschulen in sozioökonomisch benachteiligten Gebieten, besonders in den Kommunen Koblenz, Ludwigshafen, Wittlich und Neuwied, wo Familiengrundschulzentren bereits eingerichtet wurden. Weitere betroffene Gruppen sind Lehrkräfte, Schulsozialarbeiter, multiprofessionelle Teams an Schulen und Partner im Sozialraum wie Jugendhilfe und Beratungsangebote.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Die Kleine Anfrage stellt sechs Fragen: (1) Plant die Landesregierung Verstetigung oder landesweiten Ausbau? (2) Welche Erkenntnisse liegen aus der Umsetzung in den vier Kommunen vor? (3) Nach welchen Kriterien werden Standorte ausgewählt? (4) Welche finanziellen Mittel werden bereitgestellt? (5) Welche Rolle sollen die Zentren bei Bildungsgerechtigkeit spielen? (6) Wie bewertet die Regierung multiprofessionelle und sozialräumliche Ansätze an Grundschulen in herausfordernden Lagen?
🔎 Was wurde geantwortet?
Die Regierungsantwort bestätigt: (1) Ja, Fortführung über 31.12.2026 wird mit Koblenz, Ludwigshafen und Wittlich vorbereitet; Neuwied errichtete im Januar 2026 an drei Grundschulen Familiengrundschulzentren. (2) Wissenschaftliche Forschung der Universität Duisburg-Essen zeigt bereits nach kurzer Zeit vergleichbare positive Effekte; ausführlichere Erkenntnisse folgen zum Projektende. (3) Auswahlkriterien: Schulen in herausfordernder Lage (hoher Migrationshintergrund, erschwerte Lernbedingungen), vorhandene Schulsozialarbeit, Mitwirkungsbereitschaft von Kommune und Schulgemeinschaft, Integration in lokale Ressourcen. (4) Finanzierung über Startchancen-Programm (paritätische Bund-Länder-Finanzierung); genaue Höhe abhängig von Standortzahl. (5 & 6) Familiengrundschulzentren sollen Herkunftseffekte reduzieren, Schule-Familie-Zusammenarbeit verbessern und als Brücke zu Sozialraumangeboten fungieren.