❔ Drucksache 19/400
📋 Worum geht es?
Das Dokument behandelt die musikalische Ausbildung und Talentförderung in Rheinland-Pfalz. Es untersucht die Struktur der Musikstudiengänge an Hochschulen, die Zusammensetzung der Studierendenschaft nach Nationalität sowie das Angebot an musikalischer Früherziehung und Instrumentalunterricht für Kinder. Zentrale Frage ist, ob Rheinland-Pfalz hochbegabten Kindern strukturelle Nachteile auferlegt, weil intensive Instrumentalförderung hier später beginnt als in anderen Ländern.
👥 Wer ist betroffen?
Musikstudierende an Hochschulen in Rheinland-Pfalz; Kinder im Vorschulalter (3-5 Jahre) in Musikschulen; hochbegabte Nachwuchsmusiker; Absolventen künstlerischer Musikstudiengänge; Institutionen wie die Hochschule für Musik Mainz, Universitäten Koblenz und Mainz, kommunale Musikschulen, Konservatorien und Kulturorchester.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Die Anfrage richtet sich auf: (1-2) Studierendenzahlen nach Standorten, Staatsangehörigkeit und Studienfach; (3) Gründe für unterschiedliche Zusammensetzung zwischen Lehramts- und künstlerischen Studiengängen; (4-5) Umfang musikalischer Angebote für Kinder 3-5 Jahre und Anteil von Früherziehung versus Instrumentalunterricht; (6-10) Alter für Studienvorbereitende Ausbildung, Anzahl geförderter Vorschulkinder, Startnachteil durch späteren Unterrichtsbeginn und geplante Maßnahmen; (11-14) Anzahl von Absolventen, die direkten Einstieg in künstlerische Studiengänge oder Orchesterpositionen erhalten.
🔎 Was wurde geantwortet?
Die Regierung antwortet: 13.270 Kinder werden in der Altersgruppe 0-5 Jahre an kommunalen Musikschulen unterrichtet, überwiegend in Eltern-Kind-Gruppen und Musikalischer Früherziehung; spezifischer Instrumentalunterricht findet deutlich seltener statt. Die Studienvorbereitende Ausbildung (SVA) richtet sich an Schüler ab ca. 12 Jahren; null Vorschulkinder wurden über diese Struktur gefördert. Zu einem möglichen Startnachteil erklärt die Regierung: Aus musikpädagogischer Sicht ist das Alter (4 oder 6 Jahre) für Unterrichtsbeginn nicht entscheidend; ausreichend Förderstrukturen existieren (Früherziehung, SVA, Hochschulvorklassen). Die internationale Prägung künstlerischer Fächer (hoher Nicht-EU-Anteil) versus deutscher Dominanz in Lehramtsstudium wird durch unterschiedliche Berufsfelder und Unterrichtssprache erklärt. Exzellenzinitiativen umfassen: Hans-Gál-Juniorakademie, Gutenberg Junior Music Campus, diverse Landeswettbewerbe (Jugend musiziert, Jugend jazzt), Landes-Jugendensembles und Kurse an der Landesmusikakademie. Kritisch: Keine systematischen Daten zum beruflichen Verbleib von Absolventen erhoben.