❓ Klimaresistenz und Hitzeschutz an rheinland-pfälzischen Krankenhäusern
📋 Worum geht es?
Die Kleine Anfrage befasst sich mit der Klimaresistenz und dem Hitzeschutz an Krankenhäusern in Rheinland-Pfalz. Hitzewellen stellen zunehmend eine Herausforderung für Krankenhäuser dar, besonders für vulnerable Patientengruppen wie ältere Menschen, chronisch Kranke und intensivpflichtige Patienten. Viele Krankenhausgebäude in Rheinland-Pfalz stammen aus den 1960er-1980er Jahren und wurden unter anderen klimatischen Bedingungen geplant. Es fehlt flächendeckend an wirksamen Sonnenschutzmaßnahmen, modernen Lüftungskonzepten und energieeffizienter Gebäudetechnik. Der Fragesteller erkundigt sich nach dem aktuellen Zustand der Infrastruktur, den Investitionsbedarfen und den geplanten Maßnahmen der Landesregierung.
👥 Wer ist betroffen?
Krankenhäuser und deren Träger in Rheinland-Pfalz; ältere Menschen und chronisch kranke Patienten; intensivpflichtige Patienten; Rettungsleitstellen und Feuerwehr; medizinisches und pflegerisches Personal
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Der Fragesteller stellt sieben konkrete Fragen: (1) Welche Erkenntnisse hat die Landesregierung über Alter, energetischen Zustand und Klimatechnik der Krankenhausgebäude? (2) An wie vielen Standorten ist keine flächendeckende Kühlung oder wirksame Verschattung von Patientenzimmern gewährleistet? (3) Wurden hitzebedingte Engpässe oder technische Ausfälle gemeldet? (4) Wie positioniert sich die Landesregierung zur Forderung nach einem eigenständigen Sonderprogramm 'Klimafeste Krankenhäuser Rheinland-Pfalz'? (5) Welcher Anteil der angekündigten 3 Mrd. Euro ist verbindlich für Hitzeschutzmaßnahmen reserviert? (6) Wie wird sichergestellt, dass Klimaschutzmaßnahmen nicht zulasten akuter Hitzeschutzmaßnahmen priorisiert werden? (7) Wie hoch beziffert die Landesregierung den Gesamtfinanzbedarf bis 2030?
🔎 Was wurde geantwortet?
Die Landesregierung antwortet wie folgt: Zu den Erkenntnissen über Gebäudezustand (Fragen 1–2): Die Landesregierung erhebt keine systematischen Daten; die Krankenhäuser werden eigenverantwortlich von ihren Trägern betrieben. Zu hitzebedingte Vorfälle (Frage 3): Während Phasen mit sehr hohen Temperaturen haben Krankenhäuser die Versorgung mit großem Engagement aufrechterhalten. Einige Häuser meldeten erhöhtes Notfallaufkommen und optimierten Patientenverteilung. Es wurden partielle Stromausfälle und Ausfälle/Überlastung der Klima- und Lüftungstechnik verzeichnet, die durch Feuerwehreinsätze kompensiert wurden; ein Großteil wird als hitzbedingt angenommen. Zu Sonderprogramm und Finanzierung (Fragen 4–5): Hitzeschutz ist bereits fester Bestandteil der Planung bei Neubau-, Erweiterungs- und Sanierungsvorhaben. Im Rheinland-Pfalz-Plan für Bildung, Klima und Infrastruktur sind Mittel für ein 'Investitionsprogramm für Klima- und Hitzeschutz, Energie- und Innovationsmaßnahmen' vorgesehen; die exakte Summe und Bindung werden nicht beziffert. Zu Priorisierung (Frage 6): Krankenhausträger müssen ein schlüssiges Gesamtkonzept vorlegen, das auf Durchführbarkeit geprüft wird. Zu Gesamtfinanzbedarf (Frage 7): Kosten sind nicht pauschal zu beziffern, da sie stark von Faktoren wie energetischem Zustand, Standortverdichtung und klimatischen Bedingungen abhängen.