📄 Anstieg der Wartezeiten auf psychotherapeutische Behandlung für Kinder und Jugendliche
📋 Worum geht es?
Die Anfrage behandelt die psychotherapeutische Versorgungssituation von Kindern und Jugendlichen in Rheinland-Pfalz. Anlass sind aktuelle Daten des BiPsy-Versorgungsmonitors 2026, die zeigen, dass die Wartezeiten bundesweit auf durchschnittlich 32,5 Wochen gestiegen sind. Die Anfragenden weisen darauf hin, dass die Hälfte aller psychischen Erkrankungen vor dem 18. Lebensjahr beginnt und dass fehlende frühzeitige Behandlung zu schweren, chronifizierten Verläufen führen kann, mit Auswirkungen auf Schulerfolg, Arbeitsmarkt und Beziehungen.
👥 Wer ist betroffen?
Betroffene sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren in Rheinland-Pfalz (ca. 691.676 Personen), die psychotherapeutische Hilfe benötigen. Indirekt betroffen sind Familien, Schulen, Lehrkräfte und das Gesundheitssystem des Landes. Die Anfrage wurde von Abgeordneten der Grünen eingereicht.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Die Kleine Anfrage stellt 7 Fragen: (1) Aktuelle Wartezeiten in Rheinland-Pfalz, (2) Auswirkungen von Kürzungen im GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz, (3) Unterstützungsangebote während der Wartezeit, (4) Langzeitfolgen zu später Behandlung, (5) Anzahl der Kinder- und Jugendpsychiater pro 1.000 Kinder, (6) Sollzahl nach Fachverbänden, (7) Maßnahmen zur Verbesserung der psychotherapeutischen und psychiatrischen Versorgung.
🔎 Was wurde geantwortet?
Wartezeiten: Die KV Rheinland-Pfalz hat keine validen Daten; die Bundespsychotherapeutenkammer geht von durchschnittlich 28 Wochen Wartezeit aus. GKV-Gesetz: Die Landesregierung hat im Bundesrat Bedenken angemeldet; der Bundestag hat einen Entschließungsantrag angenommen, der Ausnahmefälle für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie vorsieht. Unterstützungsangebote: 59 soziale Beratungsstellen, 17 Kinderschutzdienste an 22 Standorten, Präventionsprogramm 'Verrückt? Na und!' mit 6 Regionalgruppen (2025: 2.298 Schüler erreicht), Projekt 'Stark im Sturm', psychNAVi-Website (seit Oktober 2023). Kinder- und Jugendpsychiater: 67 ambulant, 59 stationär tätig; 48,75 Vollzeitäquivalente zugelassen (Sollzahl: 46,16). Maßnahmen: Initiative für Reform der psychotherapeutischen Bedarfsplanung, Online-Beratung, digitale Gesundheitsanwendungen, Notversorgung geplant, Anpassung der Krankenhausplanung.