❔ Situation der Frauenhäuser in Rheinland-Pfalz – Gewaltbetroffenheit, Kapazitäten und Schutzmaßnahmen
📋 Worum geht es?
Das Dokument ist die Antwort der Landesregierung Rheinland-Pfalz auf eine Große Anfrage der AfD-Fraktion zur Situation der Frauenhäuser im Bundesland. Frauenhäuser bieten von Gewalt betroffenen Frauen und ihren Kindern anonyme Zuflucht, psychosoziale Beratung und praktische Hilfen. Die Landesregierung verfügt über ein etabliertes Hilfesystem mit derzeit 19 Frauenhäusern und dem Rheinland-Pfälzischen Interventionsprojekt gegen Gewalt (RIGG), das seit über 25 Jahren Polizei, Justiz und Täterarbeit koordiniert.
👥 Wer ist betroffen?
Von Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder in Rheinland-Pfalz, insbesondere Opfer von häuslicher Gewalt, sexualisierter Gewalt, Morddrohungen, Menschenhandel und Zwangsprostitution; Frauen mit Kindern über 14 Jahren oder psychischen Erkrankungen; Frauen mit Haustieren.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Die Anfrage der AfD-Fraktion stellt 23 Fragen zur Situation von Frauenhäusern, darunter: Statistiken von Beratungssuchenden und aufgenommenen Frauen (2022-2025), Abweisungsquoten und deren Gründe, Gewaltstatistiken nach Art (Sexual-, Morddrohungen), Anzeigenverhalten bei Polizei, Dunkelfeld unangezeigter Gewalt, Präventionsmaßnahmen zur Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt und Sensibilisierung für Femizide, sowie Rolle der Öffentlichkeitsarbeit.
🔎 Was wurde geantwortet?
Beratungs- und Aufnahmezahlen: 5.315 Beratungen (2022) → 4.840 (2025); Aufnahmen: 438 (2022) → 505 (2025). Abweisungen: 977 Fälle (2025, erstmals erfasst, nicht von allen Häusern). Gründe für Ablehnung: Fehlende Kapazität, Häuser nehmen keine Jungen über 14 Jahren auf, Sucht- und psychische Erkrankungen, Haustiere. Gewaltopfer unter aufgenommenen Frauen: Sexualdelikte 82-86 pro Jahr, Morddrohungen 110-142 pro Jahr, Polizeieinsätze bei Aufnahme 130-179 pro Jahr. Prävention: Landesregierung fördert Schulungen, Netzwerkarbeit, Beteiligung an Gedenktagen (25. November). Dunkelfeld: LeSuBiA-Studie (2025) zeigt weniger als 10% Anzeigequote, bei Partnerschaftsgewalt unter 5%. Gründe für Nichtnutzung: Vielfältig, Statistiken erfassen Phänomene oft nicht differenziert.