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Rheinland-PfalzKleine AnfrageBündnis 90/Die Grünen

❓ Drucksache 19/828

21. September 2026Dokument 19/828 · WP 19Rheinland-Pfalz
Dr. Lea Heidbreder, Fabian Ehmann
PFASGewässerbelastungLöschschaumAltlastensanierungBodenschutz

📋 Worum geht es?

Die Anfrage befasst sich mit per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) in Gewässern rund um den Flughafen Hahn, die laut Fragestellern auf frühere militärische Nutzung und den Einsatz PFAS-haltiger Löschschäume zurückgehen. Die Landesregierung antwortet mit Messdaten, Angaben zur Kostentragung und zum Stand möglicher Sanierungsmaßnahmen.

👥 Wer ist betroffen?

Anwohnerinnen und Anwohner sowie Kommunen im Umfeld des Flughafens Hahn, die Gewässer Brühlbach, Großbach, Grundbach und Hitzelbach, sowie die Struktur- und Genehmigungsdirektionen (SGD) Nord und Süd als zuständige Behörden.

🎯 Was wird vorgeschlagen?

Die Fragesteller wollen wissen: ob neue Messungen der SGD Nord geplant sind, welche Messergebnisse bisher vorliegen, wer die Kosten für Untersuchung und Sanierung tragen muss, wie viel Personal für die Aufarbeitung nötig ist, welche Sanierungsmaßnahmen angemessen wären, welche Maßnahmen die Landesregierung plant, und welche Maßnahmen am Flughafen Bitburg bereits umgesetzt wurden.

🔎 Was wurde geantwortet?

Die Landesregierung antwortet, dass die SGD Nord derzeit keine neuen Gewässeruntersuchungen plant, da sich die Belastungssituation am identifizierten Belastungsschwerpunkt (Feuerlöschübungsbecken) seit über zehn Jahren nicht verändert habe. Messungen zwischen 2012 und 2019 ergaben im Brühlbach einen Maximalwert von etwa 9.200 ng/l PFOS, westlich des Flugplatzes bis zu 230 ng/l und östlich bis zu 440 ng/l. Fischuntersuchungen 2023 zeigten im Hitzelbach PFOS-Werte zwischen 190 und 720 μg/kg, was die Umweltqualitätsnorm von 9,1 μg/kg deutlich überschreitet. Laut Landesregierung sind grundsätzlich Verursacher oder Grundstückseigentümer gemäß Bundes-Bodenschutzgesetz zur Kostentragung verpflichtet. Der künftige Personalbedarf der SGD Nord sei derzeit nicht quantifizierbar. Konkrete Sanierungsmaßnahmen für den Flughafen Hahn seien bisher nicht geplant, eine Bewertung angemessener Maßnahmen könne erst nach Abschluss laufender Detailuntersuchungen erfolgen. Am Flughafen Bitburg wurde laut Landesregierung eine PFAS-Bodenbelastung durch Bodenaustausch dekontaminiert (Dauer ca. drei Jahre) sowie ein weiterer Bereich durch Oberflächenversiegelung gesichert (Dauer ca. anderthalb Jahre).

⚡ Einordnung

Die Anfrage wurde von den Abgeordneten Dr. Lea Heidbreder und Fabian Ehmann (Bündnis 90/Die Grünen) unter der Drucksache 19/701 vom 21.09.2026 eingereicht; die vorliegende Drucksache 19/828 enthält die Antwort des Ministeriums für Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt und Forsten vom 12.10.2026. Genannte Werte: bis zu 9.200 ng/l PFOS im Brühlbach (2012–2019), 190–720 μg/kg PFOS in Fischen des Hitzelbachs (2023), Biota-Umweltqualitätsnorm 9,1 μg/kg PFOS, korrespondierender Jahresdurchschnittswert für die Wasserphase 0,65 ng/l. Die Landesregierung verweist auf das Bundes-Bodenschutzgesetz als rechtliche Grundlage der Kostentragungspflicht sowie auf einen online verfügbaren Untersuchungsbericht der SGD Nord zu PFAS in Fischen.

Quelle: Rheinland-Pfalz, Dokument 19/828, Wahlperiode 19, eingereicht 21. September 2026

Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt und dient ausschließlich Informationszwecken. Für rechtsverbindliche Auskünfte konsultieren Sie bitte das Originaldokument.