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Schleswig-HolsteinKleine AnfrageSPD

❓ LISr02 - Kleine Anfrage und Antwort Drs 20/4883: Gemeinschaftsschulen ohne Oberstufe

15. Oktober 2026Dokument 20/4883 · WP 20Schleswig-Holstein
Martin Habersaat
Gemeinschaftsschulen ohne OberstufeFörderschwerpunkteUnterrichtsausfallLehrkräfteausbildungStartchancen-Programm
Originaldokument (PDF)

📋 Worum geht es?

Die Anfrage greift Themen aus einer vorangegangenen Großen Anfrage (Drs. 20/3740) und einem Fachgespräch im Bildungsausschuss vom 20.08.2026 zu Gemeinschaftsschulen ohne Oberstufe (GemSoO) auf. Es geht um die Entwicklung der Schülerzahlen mit Förderschwerpunkten, Unterrichtsausfall, Lehrkräftegewinnung, das Startchancen-Programm, Schulkarrieren nach Schrägversetzung, Schulbegleitungen sowie die rechtlichen Möglichkeiten der Versetzung in die Oberstufe.

👥 Wer ist betroffen?

Gemeinschaftsschulen ohne Oberstufe, insbesondere in Kiel, Flensburg, Ostholstein, Dithmarschen und Stormarn; Schülerinnen und Schüler mit Förderschwerpunkten; Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst und im Quereinstieg; die Ministerin für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur (MBWFK).

🎯 Was wird vorgeschlagen?

Der Fragesteller fragt unter anderem: Wie erklärt die Landesregierung die stark unterschiedliche Entwicklung der Schülerzahlen mit Förderschwerpunkten in verschiedenen Kreisen? Wie erklärt sich der große Unterschied beim Anteil organisatorischer Maßnahmen gegen Unterrichtsausfall zwischen Flensburg und Kiel? Wie beurteilt die Landesregierung die erschwerte Lehrkräftegewinnung durch strukturelle Vorgaben der Lehramtsausbildung? Wie bewertet sie die Auswirkungen befristeter Verträge im Startchancenprogramm (Säule III) auf die Personalgewinnung? Welche Erkenntnisse liegen zur weiteren Schulkarriere schrägversetzter Schüler vor? Wie viele Schüler werden durch Schulbegleitungen unterstützt? Erwägt die Landesregierung eine gesetzliche Neuregelung zur Versetzung in die Oberstufe durch GemSoO? Die letzte Frage zu Flex-Klassen bricht im vorliegenden Dokumentauszug ab.

🔎 Was wurde geantwortet?

Die Landesregierung antwortet: Die unterschiedliche Entwicklung der Förderschüler-Zahlen erklärt sie mit Elternwillen, sonderpädagogischer Diagnostik, verstärkter Präventionsarbeit und veränderter sozialer Zusammensetzung der Schülerschaft, insbesondere in Kiel und Stormarn. Beim Unterrichtsausfall lagen die Anteile organisatorischer Maßnahmen in Flensburg (72,1%) und Kiel (66,1%) laut Antwort auf vergleichbarem Niveau, unterschieden sich aber in der Art der Maßnahme; Flensburg hatte nur 3, Kiel 10 GemSoO in der Stichprobe. Zur Lehrkräftegewinnung verweist die Landesregierung auf bestehende flexible Wege: 48 Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst nutzen aktuell die Möglichkeit, ausschließlich in der Sekundarstufe I ausgebildet zu werden, ohne finanzielle Nachteile; 5 Lehrkräfte nutzen den erleichterten Quereinstieg vom Gymnasiallehramt; zum 01.08.2026 sind 17 Lehrkräfte im Rahmen von „Abordnung plus“ von Gymnasien an GemSoO abgeordnet. Zur Befristung im Startchancenprogramm: Der Landesregierung liegen keine Hinweise vor, dass Befristungen die Personalgewinnung oder -bindung erschweren; Befristungen seien wegen der befristeten Bundesmittel rechtlich erforderlich. Zur Schulkarriere schrägversetzter Schüler: Keine Erkenntnisse vorhanden, da eine Verknüpfung von Individualdaten über Schuljahre hinweg noch nicht möglich ist; dies soll mit einer Schulgesetzänderung vorbereitet werden. Zu Schulbegleitungen: Keine Erkenntnisse zu Schülerzahlen, da die Statistik nicht nach Schuljahren und nicht nach konkreten Schulbegleitungs-Fallzahlen getrennt erfasst wird. Zur Versetzung in die Oberstufe: Laut Landesregierung können GemSoO rechtlich bereits heute die Berechtigung zum Besuch einer Oberstufe oder eines Beruflichen Gymnasiums aussprechen (§ 8 Abs. 6 GemVO, § 2 Abs. 1 Nr. 1 OAPVO, § 2 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 a) BGVO); ein direkter Schulwechsel ohne Aufnahmeverfahren der neuen Schule ist jedoch nicht möglich. Die Antwort zur achten Frage (zu Flex-Klassen) ist im vorliegenden Dokumentauszug nicht enthalten.

⚡ Einordnung

Eingereicht wurde die Kleine Anfrage vom Abgeordneten Martin Habersaat (SPD); eine Antwort der Landesregierung (MBWFK) liegt vollständig zu den Fragen 1 bis 7 vor, die Antwort zu Frage 8 ist im Dokumentauszug abgeschnitten. Die Anfrage verweist auf die vorangegangene Große Anfrage Drs. 20/3740 sowie auf ein Fachgespräch im Bildungsausschuss am 20.08.2026. Genannte Zahlen: 12,3% Unterrichtsausfall insgesamt (Basis unklar, laut Antwort bezogen auf Drs. 20/3740, Tabelle 11.3); organisatorische Maßnahmen gegen Unterrichtsausfall: Flensburg 72,1%, Kiel 66,1%; Rückgang der Schüler mit Förderschwerpunkten in Ostholstein -23,5%, Dithmarschen -21,8%, Anstieg in Kiel +25,5%, Stormarn +16,3% (Vergleich Schuljahr 2017/18 zu 2024/25); 48 Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst mit Beschränkung auf Sekundarstufe I; 5 Lehrkräfte im Quereinstieg vom Gymnasiallehramt; 17 Lehrkräfte per „Abordnung plus“ zum 01.08.2026 an GemSoO abgeordnet; 3 GemSoO in Flensburg gegenüber 10 GemSoO in Kiel in der zugrunde liegenden Stichprobe.

Quelle: Schleswig-Holstein, Dokument 20/4883, Wahlperiode 20, eingereicht 9. Oktober 2026

Quelle im Parlamentssystem

Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt und dient ausschließlich Informationszwecken. Für rechtsverbindliche Auskünfte konsultieren Sie bitte das Originaldokument.