❓ Rückgang der Wohnungsbautätigkeit und Folgen für das Baugewerbe
📋 Worum geht es?
Die Anfrage befasst sich mit dem anhaltenden Rückgang der Bautätigkeit in Thüringen und dessen Folgen für Bauunternehmen, Handwerksbetriebe und deren Beschäftigte. Die Landesregierung antwortet mit statistischen Daten zur Beschäftigungsentwicklung, zu Insolvenzen und zu Auftragseingängen im Wohnungsbau seit 2020 sowie mit einer Übersicht geplanter Maßnahmen zur Stabilisierung der Bauwirtschaft.
👥 Wer ist betroffen?
Bauunternehmen, Handwerksbetriebe im Bauhaupt- und Ausbaugewerbe sowie deren Beschäftigte in Thüringen; betroffen sind zudem Kommunen und Träger von Bauvorhaben, etwa im Rahmen der EFRE-Förderung.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Gefragt wird: 1. Wie hat sich die Zahl der Beschäftigten im Bauhaupt- und Ausbaugewerbe seit 2020 entwickelt? 2. Wie viele Insolvenzen von Bauunternehmen wurden seit 2020 registriert? 3. Welche Erkenntnisse liegen zu Auftragsrückgängen im Wohnungsbau vor? 4. Welche Auswirkungen auf die Beschäftigung im Baugewerbe erwartet die Landesregierung? 5. Welche Maßnahmen plant die Landesregierung zur Stabilisierung der Bauwirtschaft?
🔎 Was wurde geantwortet?
Die Landesregierung antwortet: Die Beschäftigtenzahl im Bauhauptgewerbe sank von 26.585 (30.06.2020) auf 24.243 (30.06.2025), im Ausbaugewerbe von 15.574 auf 14.109. Insolvenzverfahren im Baugewerbe: 39 (2020), 35 (2021), 47 (2022), 41 (2023), 43 (2024), 52 (2025). Der Auftragseingang im Wohnungsbau (in 1.000 €) stieg 2021 und 2022 (235.366 bzw. 252.485), sank 2023 deutlich auf 170.011, stagnierte 2024 bei 170.055 und ging 2025 auf 139.745 zurück. Das IAB erwartet laut Landesregierung für 2026 bundesweit einen 'Umschwung mit leicht steigender Beschäftigung' im Baugewerbe, im Jahresdurchschnitt 2026 jedoch eine Stagnation (IAB-Kurzbericht 5/2026). Als Maßnahmen nennt die Landesregierung u. a. Straßen- und Hochbaumaßnahmen im Landeshaushalt, Förderprogramme für Schulbau, Städtebau und Wohnungsbau, EFRE-Förderung (61 Vorhaben, Investitionsvolumen rund 300 Mio. Euro, davon 184 Mio. Euro EFRE-Mittel, Bauzeit 2026–2029), den Aufbau des Kompetenzzentrums Holzbau und nachwachsende Rohstoffe (KHoR) in Suhl 2026/2027, das im Juni 2026 verabschiedete Erste Thüringer Entlastungsgesetz mit Vereinfachungen im Baurecht sowie die seit 28. März 2025 geltende Thüringer Verwaltungsvorschrift zur Vergabe öffentlicher Aufträge mit angehobenen Wertgrenzen (Direktaufträge bei Bauleistungen bis 75.000 Euro, bei Liefer- und Dienstleistungen bis 30.000 Euro).
⚡ Einordnung
Die Anfrage wurde vom Abgeordneten Krell (AfD) gestellt. Das Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Landwirtschaft und Ländlichen Raum hat als zuständige Stelle namens der Landesregierung mit Schreiben vom 2. Oktober 2026 geantwortet; die Anfrage selbst datiert vom 26. August 2026 (Drucksache 8/3058). Die detaillierten Zahlen zu Beschäftigung, Insolvenzen und Auftragseingängen stammen laut Antwort vom Thüringer Landesamt für Statistik (TLS) und sind in einer Anlage tabellarisch dargestellt, auf deren Abdruck im Dokument verzichtet wurde. Die Antwort verweist zudem auf den IAB-Kurzbericht 5/2026 des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung.