❓ Wasserstoffnutzung zur Steigerung der Biomethanproduktion
📋 Worum geht es?
Die Anfrage behandelt die Möglichkeit, Biogasanlagen mit Elektrolyseuren zu koppeln, um durch die Umwandlung von CO2 aus der Biogasaufbereitung mit erzeugtem Wasserstoff zusätzliches Methan zu gewinnen und so die Biomethanproduktion zu steigern. Die Fragesteller sehen darin eine Chance für kleine und mittlere landwirtschaftliche Betriebe in Thüringen, bestehende Biogasanlagen wirtschaftlicher zu betreiben.
👥 Wer ist betroffen?
Kleine und mittlere landwirtschaftliche Betriebe mit Biogasanlagen in Thüringen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen im Bereich Wasserstoff- und Elektrolysetechnologien sowie die Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur (ThEGA).
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Die Fragesteller wollten wissen: 1) Welche Maßnahmen plant die Landesregierung, um den Betrieb von Biogasanlagen für kleine und mittlere Betriebe wirtschaftlicher zu machen? 2) Welche Bundesinitiativen und Fördermaßnahmen verbessern die Wirtschaftlichkeit von Biogasanlagen? 3) Kommt der Einsatz von Wasserstoff, insbesondere die Kopplung von Elektrolyseuren mit Biogasanlagen, infrage? 4) Sind Förderprogramme für Entwicklung, Erprobung und Anschaffung von Elektrolyseuren für Biogasanlagen geplant? 5) Unterstützt die Landesregierung die Entwicklung standardisierter, modularer und kostengünstiger Elektrolyseure? 6) Wie werden Betreiber über technische Möglichkeiten, Förderangebote, Genehmigungsvoraussetzungen und Sicherheitsanforderungen informiert? 7) Welche Unternehmen und Forschungseinrichtungen in Thüringen arbeiten an diesen Technologien und wie werden sie unterstützt?
🔎 Was wurde geantwortet?
Die Landesregierung antwortet, dass sie sich im Rahmen der EEG-Novelle 2027 für den Erhalt des Biogasanlagenbestands, Anschlussförderung, Ausschreibungsvolumina und Flexibilisierungsanreize einsetzt und dazu eigene Änderungsanträge im Bundesratsverfahren einbringt. Das EEG sei das zentrale Bundesförderinstrument für Biogas-Stromerzeugung, ergänzt durch die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze. Die Kopplung von Elektrolyseuren mit Biogasanlagen komme grundsätzlich in Betracht, insbesondere zur Methanisierung von biogenem CO2; die Abwärme der Elektrolyse könne in Wärmenetze eingebunden und über die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze gefördert werden, die Wirtschaftlichkeit sei jedoch standortbezogen zu prüfen. Spezifische Landesförderprogramme für Elektrolyseure an Biogasanlagen seien derzeit nicht geplant, die Landesregierung stehe entsprechender Entwicklung aber grundsätzlich offen gegenüber. Biogasanlagenbetreiber würden über die vom Freistaat finanzierte Biogasberatung der ThEGA sowie zuständige Genehmigungs- und Fachbehörden informiert. In Thüringen arbeiten laut Antwort das Fraunhofer IKTS (Arnstadt), das HySON-Institut (Sonneberg), die Firma Andritz (Erfurt) und die Kyros Hydrogen Solutions GmbH (Neuhaus-Schierschnitz) an Elektrolyse-, Wasserstoff- und Power-to-X-Technologien; der Freistaat unterstütze diese über Forschungs- und Innovationsförderung, Forschungsinfrastruktur und die Thüringer Allianz für Wasserstoff in der Industrie.
⚡ Einordnung
Die Kleine Anfrage 8/3065 wurde vom Abgeordneten Kobelt (BSW) am 27. August 2026 eingereicht und vom Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie, Naturschutz und Forsten namens der Landesregierung mit Schreiben vom 29. September 2026 beantwortet. Eine Antwort der Landesregierung liegt für alle sieben Fragen vor. Die Landesregierung nennt konkret die EEG-Novelle 2027, die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze, die ThEGA-Biogasberatung sowie namentlich vier in Thüringen tätige Unternehmen/Einrichtungen (Fraunhofer IKTS, HySON-Institut, Andritz, Kyros Hydrogen Solutions GmbH) und die Thüringer Allianz für Wasserstoff in der Industrie. Spezifische Landesförderprogramme für Elektrolyseure an Biogasanlagen bestehen laut Antwort derzeit nicht.